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Grundlagen verstehen

Was ist Forschungsliteratur?

Unter Forschungsliteratur versteht man die Publikation wissenschaftlicher Forschungsergeb­nisse. In der Geschichtswissenschaft weist Forschungsliteratur folgende Elemente auf:

In wissenschaftlichen Publikationen werden Antworten auf Forschungsfragen formuliert.

Diese Forschungsfragen leiten den Erkenntnisprozess vor und während der Untersuchung. Was als aktuelle Forschung und relevante Wissenschaft gilt, hängt von mehreren Faktoren ab: vom jeweils gültigen Wissensstand und dessen Beurteilung, von den aktuellen Interessen einer Gesellschaft sowie von den in der Geschichtswissenschaft etablierten Arbeitstechniken und Methoden.

Bei wissenschaftlichen Publikationen werden formale Richtlinien zur Abfassung eines wissenschaftlichen Textes beachtet.

Dies bezieht sich erstens auf den Aufbau solcher Publikationen, der die Argumentation glie­dert. Zweitens legen Forschende Zeugnis über die Quellen ab, auf die sie ihre Analyse stützen. Dabei folgen sie den Vorgaben ihres Faches. Drittens verweisen sie in ihren Arbeiten auf Pub­likationen von Fachkolleg:innen. Mit dem Verweis wird zum einen kenntlich gemacht, woher die für die eigene Argumentation wichtigen Anregungen kommen. So wird ein Plagiat auf wissenschaftlich redliche Weise verhindert. Nur wenn nachgewiesen wird, auf welche For­schungsliteratur und Quellen sich die Argumentation stützt, ist diese überprüfbar – ein zentrales Kriterium von Wissenschaftlichkeit.

Jede forschende Person knüpft mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit an bereits vorhandene Arbeiten an.

Die heute üblichen Zitationssysteme sind nicht nur notwendig, um Plagiate zu vermeiden und die Forschungsliteratur und die Quellen zu überprüfen, auf denen die Argumentation beruht. Sie folgen vor allem dem Wunsch, im Forschungsdiskurs eine eigenständige Position zu be­ziehen, darin öffentlich wahrgenommen zu werden und aktiv bei der Etablierung neuer Wis­sensstrukturen und -ordnungen mitzuwirken. Der Fundus an Erkenntnissen in der Forschung wächst nur, wenn die Thesen und Argumente anderer Forschender kritisch berücksichtigt werden und darauf aufbauend neue Arbeiten entstehen.