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Publikationsformen der Forschungsliteratur

Monographie, Sammelband und wissenschaftliche Lexika

Monographie

Monographien sind umfassende, in sich geschlossene wissenschaftliche Darstellungen zu einem Thema. Sie haben meistens eine:n Verfasser:in, können aber auch von mehreren Autor:innen stammen.

Sammelband

Sammelbände verbinden Aufsätze von mehreren Autor:innen und werden von einem oder mehreren Herausgeber:innen publiziert. Die einzelnen Aufsätze können thematisch eng oder auch eher lose aufeinander bezogen sein. Sammelbände sind oft das Ergebnis von Konferen­zen, Vortragsreihen oder Jubiläen. Eine Sonderform des Sammelbandes sind die in Zeitschrif­tenreihen erscheinenden Sonderhefte (engl. Special Issues), deren Aufsätze sich auf ein gemein­sames Thema konzentrieren.

Monographie/Sammelband in Reihe

Oft werden Monographien und Sammelbände in Reihen publiziert. Reihen werden jeweils von Spezialist:innen konzipiert und betreut. Sie verfügen über ein methodisch oder thema­tisch verbindliches Gesamtkonzept und ein einheitliches Layout.

Aufsatz in einem Sammelband

In manchen Sammelbänden sind die Aufsätze eng aufeinander bezogen. Es lohnt sich deshalb oft, die Einleitung der Herausgeber:innen zum ganzen Sammelband zu überfliegen, um den Status des einzelnen Beitrags im Gesamtwerk zu verstehen. Bei der Literaturrecherche zu be­achten ist, dass Aufsätze in Sammelbänden in der Regel nicht in Bibliothekskatalogen ver­zeichnet, sondern in den einschlägigen Datenbanken erfasst sind.

Wissenschaftliche Lexika

Fachlexika fassen Grundlagenwissen innerhalb eines Fachgebietes zusammen und referieren den Stand der Forschung zum Publikationszeitpunkt des Lexikons. Ein Fachlexikon ist mehr als eine blosse Anhäufung von Wissensmaterial; es spiegelt eine spezifische Auffassung von der inneren Ordnung des Faches und ist somit ein Stück Wissenschaftsgeschichte.

Artikel in Fachlexika sind alphabetisch geordnet und mit den Namen ihrer Verfasser:innen gezeichnet. Es kann sich dabei um Personen- oder Sachartikel handeln. Innerhalb der Artikel wird mit → auf weitere Stichwörter zu diesem Thema oder Begriff verwiesen, die im Lexikon einzeln behandelt werden. Artikel in Fachlexika bieten neben dem erläuternden Text auch eine Liste der wichtigsten Literatur sowie evtl. Quellenhinweise.

Zur bibliographischen Aufnahme der verschiedenen Publikationsformen siehe Bibliographie.

«Graue Literatur», Fachzeitschrift und Aufsatz

«Graue Literatur»

Als «Graue Literatur» werden gedruckte und elektronische Publikationen bezeichnet, die nicht von einem Verlag veröffentlicht wurden. Darunter können Jahresberichte und Broschü­ren, Qualifikationsarbeiten wie Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Lizentiatsarbeiten, teilweise auch Dissertationen und Habilitationen (= Hochschulschriften) fallen. Werden diese Arbeiten nicht bei einem Verlag veröffentlicht, sind sie meist nur lokal in der Bibliothek der Universität verfügbar, an der sie verfasst wurden.

Es gibt verschiedene Verzeichnisse von Hochschulschriften, die unveröffentlichte wissen­schaftliche Qualifikationsarbeiten aufführen, so die «Deutschen Hochschulschriften» oder die «Dissertation Abstracts» (Verzeichnis von Dissertationen mit dem Schwerpunkt Nordamerika und Europa). Laufende und abgeschlossene Qualifikationsarbeiten an Schweizerischen Hoch­schulen im Fach Geschichte können auf infoclio.ch über eine Suchmaske abgefragt werden.

Fachzeitschrift

Fachzeitschriften, Periodika oder Journals sind fortlaufende Veröffentlichungen, die im Un­terschied zu den Reihen in regelmässigen Abständen erscheinen. Gewisse Zeitschriften gestal­ten immer thematische Hefte, andere haben nur hin und wieder thematische Sonderhefte; manche Zeitschriften verfügen über sogenannte Beihefte, die eigentliche Sammelwerke dar­stellen. Zeitschriften besitzen einen kanonischen Aufbau; neben den Aufsätzen finden sich in Zeitschriften meist auch Diskussionsforen, Rezensionen, Konferenzberichte, Miszellen und Abstracts.

Aufsatz/Miszelle in einer Fachzeitschrift

Beiträge in Fachzeitschriften können grob in Aufsätze und Miszellen unterteilt werden. Als Miszellen werden kurze Beiträge bezeichnet, die in ihrem Umfang nicht an einen Aufsatz her­anreichen. Sie behandeln meist Detailfragen oder geben einen knappen Einblick in ein aktuel­les Forschungsprojekt. Mitunter nehmen Aufsätze/Miszellen auf Kontroversen Bezug, die in­nerhalb einer Zeitschrift ausgetragen werden. Dann lohnt es sich, die ganze Kontroverse zu verfolgen.

Digitale Publikationen und Rezension

Rezension

Eine wissenschaftliche Rezension ist eine kritische Besprechung einer wissenschaftlichen Pub­likation. Sie dient dazu, sich rasch über eine Neuveröffentlichung zu informieren. Im Unter­schied zu Abstracts äussern Autor:innen von Rezensionen auch ihre Meinung zum wissen­schaftlichen Wert und zur Bedeutung eines Textes für die aktuelle Forschung. Rezensionen können damit sehr wertend sein, haben aber auch eine wichtige Funktion für die fachwissen­schaftliche Diskussion und beeinflussen die Rezeption einer Veröffentlichung in der aktuellen Forschung.

Bei Rezensionen unterscheidet man grundsätzlich zwischen Einzelrezensionen, also Rezen­sion eines einzelnen Werkes (Monographie/Sammelband), und Sammelrezensionen, die meh­rere Werke besprechen und miteinander vergleichen.

Einschlägige Rezensionsorgane für die Geschichtswissenschaft können über viele der im Kompass aufgeführten Datenbanken und Fachportale gefunden werden.

Digitale Publikationen

Immer mehr wissenschaftliche Publikationen sind auch in digitaler Form verfügbar oder wer­den nur für die Veröffentlichung im Internet produziert. So haben Zeitschriften auch eigene Internetportale, die über aktuelle sowie ältere Ausgaben, Herausgeberschaft, Abonnements­ervice etc. informieren. Bei gewissen Zeitschriften können alle Artikel direkt heruntergeladen werden, andere publizieren nur die Inhaltsverzeichnisse elektronisch. Neben diesen Internet­portalen der primär in gedruckter Form erhältlichen Fachzeitschriften gibt es reine E-Journals oder Online-Journale, die nur elektronisch zugänglich sind. Darüber hinaus gibt es im Internet eine Vielzahl weiterer Publikationsformen wie Podcasts, Blog- und Forumsbeiträge oder On­line-Rezensionen.

Das Kriterium der Wissenschaftlichkeit erfüllen diese Publikationen, wenn ihre Qualität durch eine universitäre Institution, ein Fachgremium oder einen Verlag gewährleistet wird. Deshalb muss, zum Beispiel über das Impressum, stets geprüft werden, wer die entsprechende digitale Publikation verfasst oder herausgegeben hat. In solchen Publikationsforen wird in der Regel sichergestellt, dass der Inhalt dieser Publikationen über längere Zeit gespeichert wird und so­mit nachprüfbar bleibt. Da sich der Zugang zu Onlineinhalten verändern kann, empfiehlt es sich trotzdem, diese offline abzuspeichern.

Ebenso gilt es zu beachten, dass nur ein Teil der digitalen Publikationen als Open Access, d.h. permanent, frei und kostenlos zugänglich gemacht wird, was mit Fragen des Copyrights zu­sammenhängt.