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Forschungsliteratur suchen

Vertiefende Recherchearbeiten laufen oft in mehreren Stufen oder Phasen ab, so dass man sich der Thematik durch die schrittweise Aneignung von Fachwissen annähert. Im Folgenden werden mögliche Wege für solche Literaturrecherchen vorgestellt.

a) Thema eingrenzen und zentrale Leitbegriffe formulieren

In einem ersten Schritt wird das zu untersuchende Thema enger eingegrenzt, um Leitbegriffe für die Literaturrecherche zu finden. Dafür können erste Texte zum Thema gelesen und Begriffe, die für dieses zentral sind, markiert werden. Sie dienen bei der Literaturrecherche als strukturierende Leitbegriffe (siehe unten Punkt b). Im Laufe der weiteren Suche und der damit verbundenen Erweiterung des persönlichen Wissens über das Thema ergeben sich oft weitere zentrale Leitbegriffe, denen man bei der Recherchearbeit nachgehen kann. Es empfiehlt sich, Literaturrecherchen in mehreren Sprachen durchzuführen, um auf weltweite Forschungsergebnisse Zugriff zu haben.

b) Überblick verschaffen

In einem zweiten Schritt geht es darum, sich einen genaueren Überblick über Inhalt und Forschungsstand des Arbeitsgebietes zu verschaffen und einschlägige Nachschlagewerke, d.h. historische Handbücher, Lexika und Enzyklopädien zu konsultieren. An dieser Stelle sind die bereits erarbeiteten Leitbegriffe von Bedeutung; sie helfen, die Recherche fokussiert voranzutreiben. Aus der Lektüre von Einträgen in Nachschlagewerken wird klar, wie die Thematik bislang behandelt wurde und welche Forscher:innen relevante Arbeiten verfasst haben. Gleichzeitig wird über das Studium des Forschungsstandes und der Quellenlage auch das historische Faktenwissen erweitert.

c) Das «Schneeballprinzip» anwenden

Mit Hilfe des so genannten Schneeballprinzips kann nun die bereits kennengelernte Forschungsliteratur nach weiterer Literatur durchkämmt werden. Genauso, wie ein kleiner Schneeball schnell grösser wird, wenn er einen mit Schnee bedeckten Abhang hinunterrollt, kann nun durch den Blick auf die Literaturhinweise und Fussnoten in den genannten Texten weitere, für die eigene Thematik relevanter und nützlicher Forschungsliteratur gefunden werden. Durch die Vernetzung von Informationen über Belege in Fuss- oder Endnoten und Verweise auf frühere wissenschaftliche Werke können Behauptungen und Argumente zeitlich zurückverfolgt werden, was gleichzeitig die Entwicklung der Forschung zur Thematik widerspiegelt.

d) Systematisch in Bibliothekskatalogen und Datenbanken recherchieren

Neben der unsystematischen Suche nach dem Schneeballprinzip ist es ratsam, Bibliothekskataloge und Datenbanken systematisch zu durchsuchen. Auf diese Weise können durch die Eingabe der Namen nun bekannter Forscher:innen, verbunden mit für die Thematik zentralen Begriffen, rasch relevante und nützliche Werke gefunden werden. Das Sammeln vieler miteinander vernetzter Informationen und damit verknüpfte, weiterführende Literaturrecherchen führen zu einer raschen Erweiterung des Kenntnisstandes.

e) Nach einschlägigen Reihen, Zeitschriften oder Verlagen suchen

Des Weiteren kann geprüft werden, ob Forschungsgemeinschaften Werke zu einer spezifischen Thematik in bestimmten wissenschaftlichen Reihen, Zeitschriften oder Verlagen publizieren. Bevor ein Text zur Veröffentlichung zugelassen wird, müssen gewisse qualitative Anforderungen erfüllt und formale Hürden gemeistert werden. Ergebnisse, die in einem wissenschaftlich renommierten Rahmen veröffentlicht wurden, werden in der Forschung meist in gebührender Weise rezipiert und gewinnen deswegen an Bedeutung. Hier kann es zudem helfen, die Qualität der bisher zusammengetragenen Literatur mit Hilfe von Rezensionen zu überprüfen.

f) Notwendiges und interessantes Wissen trennen

Die genannten Schritte können so oft wiederholt und vertieft werden, bis der erarbeitete Wissensstand für das Verfassen einer Forschungsarbeit ausreichend erscheint. An dieser Stelle ist es wichtig, die Grenzen zwischen notwendigem und weiterem interessanten Wissen zu kennen, da man sonst Gefahr läuft, sich in der puren Rezeption von Wissenschaft zu verlieren.