Lehrveranstaltungen

HS 2014

Russland in der globalen Energiegeschichte

Vorlesung
Mittwoch, 10:15-12:00 Uhr
KOL-F-121

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Jeronim Perovic

Inhalt

Energie ist das Herzstück jeder entwickelten Volkswirtschaft und steht aufgrund ihrer strategischen Bedeutung im engsten Umfeld des Politischen. Insbesondere im Fall rohstoffreicher und autoritär regierter Staaten kommt der Energie eine Bedeutung zu, die oft weit über das rein Volkswirtschaftliche hinausgeht. Die staatliche Kontrolle von Produktion, Verteilung und Verkauf von Rohstoffen kann als Mittel der Herrschaftssicherung im Innern ebenso wie als Instrument der Machtprojektion nach aussen dienen. Die Frage, wie Staaten energetische Möglichkeiten für politische und gesellschaftliche Ziele nutzen, hängt davon ab, wie Menschen diese Möglichkeiten in bestimmten kulturellen und geschichtlichen Kontexten begreifen. Diese Vorlesung untersucht den Zusammenhang zwischen Energie und Macht im Fall Russlands und analysiert den energetischen Entwicklungsweg dieses Landes ab dem späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart in seinen innenpolitischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und globalen Bedeutungszusammenhängen.

Unterrichtsmaterialien

Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Laboratorium der Gewalt: Kollektivierung und Entkulakisierung in der frühen Sowjetzeit

Seminar
Donnerstag, 12:15-13:45 Uhr
KO2-F-153

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Jeronim Perovic

Inhalt

Im November 1929 beschloss die bolschewistische Führung die „Totalkollektivierung" der Landwirtschaft. Der sowjetische Staat startete einen Frontalangriff auf die traditionelle bäuerliche Wirtschafts- und Lebensweise. Millionen von Bauern wurden enteignet und in Kolchosen gezwungen. Hundertausende Bauern, die der Staat als „Kulaken" taxierte, wurden verhaftet, deportiert und erschossen. Propagiert als die „sozialistische Umgestaltung des Landes" war die Kollektivierung begleitet von einer massiven anti-religiösen Kampagne. Kirchen wurden geschlossen und Geistliche zu Tausenden verfolgt und ermordet. Gegen diese Massnahme regte sich Widerstand. Insbesondere in den nichtrussisch besiedelten Regionen, in der Ukraine, im Kaukasus und in Zentralasien, kam es zu bewaffneten Rebellionen und der Staat sah sich gezwungen, die Kollektivierung vorübergehend einzustellen. Dieses Seminar beschäftigt sich mit der stalinistischen Kollektivierungskampagne als einem zentralen Ereignis der sowjetischen Geschichte und dem Beginn des „Stalinismus".

Unterrichtsmaterialien

Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.