Schweizer Trotzkisten im internationalen Kontext, 1948-1969


Dissertation im Projekt:

Lucas FedererInternationalismus und Sachpolitik zwischen den Blöcken. Die trotzkistische Bewegung in der Schweiz in den 1950er und 1960er Jahren (Arbeitstitel)

Kurzexposé: Die Arbeit hat zum Ziel, eine Forschungslücke in der Untersuchung trotzkistischer Gruppierungen in der Schweiz in den 1950er und 60er Jahren, spezifisch zu ihrem Einfluss und Wirken in der nationalen als auch internationalen politischen Landschaft, zu schliessen. Dabei werden nicht nur die komplizierten Organisationsgeflechte und politikgeschichtliche Zugänge eine Rolle spielen. Der Schweizer Trotzkismus stellte ein soziales Milieu dar, in dem sich die Aktivistinnen und Aktivisten bewegten, und mit dem sie beispielsweise ihre beruflichen Tätigkeiten zu koordinieren hatten. Diese Umstände sollen ebenso untersucht werden wie das Verhältnis der trotzkistischen Bewegung zu traditionellen sozialdemokratischen und kommunistischen Milieus und die Einbindung von Aktivisten und Sympathisanten in gewerkschaftliche Zusammenhänge.
Des weiteren werden sowohl Fragen zur Rolle der Frau im trotzkistischen Umfeld, als auch die im trotzkistischen Selbstverständnis als „Internationalisten“ äusserst wichtige transnationale Vernetzung, vor allem mit den Befreiungsbewegungen in Algerien, aber auch nach Lateinamerika, den Staaten des Ostblocks, Palästina, China und Kuba zentrale Bereiche der hier skizzierten Arbeit darstellen.
Neben umfangreichen Archivbeständen, sowohl zu trotzkistischen Organisationen als auch in Form von Privatnachlässen zentraler Persönlichkeiten, werden Zeitzeugeninterviews eine zentrale Quelle sein und Möglichkeit der Erforschung des Trotzkismus in der Schweiz in seinen hier skizzierten Dimensionen bieten.