SNSF Starting Grant für Zoé Kergomard in Fribourg
Zoé Kergomard, aktuell Oberassistentin am Historischen Seminar, erhält vom Schweizerischen Nationalfonds einen «SNSF Starting Grant». Sie wechselt damit zum Frühjahr 2027 als Assistenzprofessorin an die Universität Fribourg. Dort realisiert sie über 5 Jahre mit einem 4-köpfigen Team das Projekt «The impossible feminist subject? Housewives in France and Switzerland in the wake of second-wave feminism». Ziel des Projekts ist es, die Lebenserfahrungen von Frauen, die sich als Hausfrauen identifizier(t)en, im Kontext langfristiger Veränderungen der Geschlechterverhältnisse und insbesondere der feministischen Bewegungen seit den 1960er Jahren zu historisieren. Das Projekt kombiniert Archivarbeit mit Lebensgeschichten-Interviews und konzentriert sich auf die 1950er bis 1980er Jahre, um zu untersuchen, wie Hausfrauen ihr Leben verstanden und sich in der Gesellschaft positionierten, als das Alleinernährermodell schrittweise seine Hegemonie verlor. Um das Zusammenspiel zwischen persönlichen Lebenswegen, politischen Mobilisierungen und gesellschaftlichen Veränderungen besser zu verstehen, werden Frankreich und die Schweiz als zwei westeuropäische Länder, deren Geschlechterverhältnisse sowohl Konvergenzen als auch Divergenzen aufweisen, gegenüberstellt. Anstelle eindimensionaler Figuren wie der «Hausfrau» oder der «Tradwife» will das Projekt die vielfältigen Lebenserfahrungen und Subjektivitäten von Hausfrauen in beiden Ländern historisieren – jenseits vereinfachender Dichotomien wie Emanzipation versus Dominanz oder Selbstbestimmung versus Entfremdung. Die Seminardirektion gratuliert Zoé Kergomard herzlich zu ihrem Erfolg und dankt ihr für ihre wertvolle Arbeit in unserem Seminar.