Alexa Stiller

Alexa Stiller, Dr.

Oberassistentin

Tel.: 044 634 36 64

Raumbezeichnung: RAE 217

alexa.stiller@hist.uzh.ch

Kurzbio Dr. Alexa Stiller

Nach dem Studium der Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft an der Universität Hannover wurde ich 2015 an der Universität Bern mit einer Dissertation zur Geschichte des Nationalsozialismus promoviert. Mein Buch Völkische Politik: Praktiken der Exklusion und Inklusion in polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten, 1939-1945 erscheint demnächst bei Wallstein.
Zwischen 2008 und 2012 habe ich mit einem Kollegen ein Forschungsprojekt zu den Nürnberger Prozessen geleitet, aus dem zwei Sammelbände hervorgegangen sind: NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung (Hamburger Edition: Hamburg, 2013/zweite Auflage 2018) und Reassessing the Nuremberg Military Tribunals. Transitional Justice, Trial Narratives, and Historiography (Berghahn: New York und Oxford, 2012).
Mein derzeitiges Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Völkerstrafrechtspraxis, internationaler Politik und Massengewalt in den 1990er Jahren mit dem Fokus auf das ehemalige Jugoslawien und Ruanda.
Parallel dazu habe ich mit einem Kollegen aus dem Fachbereich Architektur zwischen 2019 bis 2021 ein gemeinsames Forschungsprojekt über die nationalsozialistische Raumplanung und Massengewalt im besetzten Osteuropa geleitet.
Als Gastwissenschaftlerin war ich an den Deutschen Historischen Instituten (DHI) in Warschau und Washington DC, am U.S. Holocaust Memorial Museum (USHMM), Center for Advanced Holocaust Studies in Washington DC, am European Institute und Department of History der Columbia University in New York City, am Oxford Centre for European History (OCEH) und der History Faculty der University of Oxford, Senior Member am St Antony's College in Oxford und am Lehrstuhl für Geschichte der modernen Welt an der ETH Zürich.
Als Lehrbeauftragte am Historischen Seminar der Universität Hannover und als wissenschaftliche Assistentin am Historischen Institut der Universität Bern (2009-2018) habe ich Neueste Geschichte und Zeitgeschichte (19.-21. Jh.) in den Bereichen der globalen, transatlantischen, europäischen und deutschen Geschichte unterrichtet.

Meine Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Ich interessiere mich für die Geschichte des Völkerstrafrechts und seiner Praxis, die Geschichte der Forensik bezogen auf Massengewaltereignisse, die Geschichte des Völkerrechts, der internationalen Organisationen und Menschenrechtsorganisationen, die Gewalt-, Massengewalt- und Zwangsmigrationsforschung, die Genozid- und Holocaust-Forschung, die NS-Geschichte transnational/transregional, die Geschichte des Staatangehörigkeitsrechts, Minderheiten- und Migrationsgeschichte und die Geschichte des Kapitalismus.

Aktuelle Vorträge 2021 (Auswahl)

Organisation des 8. Workshops des Arbeitskreises Geschichte – Gesellschaft – Gewalt, Thema: „Spuren von Gewalt in der Quelle – experimentelle Quelleninterpretation“, Universität Konstanz und Universität Zürich (online), 12.-14.11.2021.

„Human Rights and Crimes against Humanity: The Reinvention of International Criminal Jurisdiction in the Context of the ‘New World Order’ after 1989“, Geschichtskontor, Historisches Seminar, Universität Zürich, 9.11.2021 (eingeladen).

„Mass Violence, International Criminal Tribunals and the Increase in Non-Governmental Forensic Investigations in the 1990s“, Forensic Cultures Conference, Utrecht University, 26.-28.8.2021 (eingeladen).

„Die Zusammenhänge zwischen der Raumplanung und der Siedlungspraxis im Schatten der Vernichtungspolitik: Die Fallbeispiele Westlitauen und Zamosc, 1942-1943“, Virtuelle Tagung „Bauen und Planen im Nationalsozialismus. Voraussetzungen, Institutionen, Wirkungen“, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Berlin, 14./15.6.2021.

„Methods of Identifying Victim Numbers in Historical Research on Mass Violence: Nazi Statistics, Evidence in the Nuremberg Trials, and Forensic Investigations on the Srebrenica Mass Murder“, Les Pertes/Body Counts Workshop, University of Oxford, 8./9.6.2021.

„Die Politische Ökonomie der nationalsozialistischen Umsiedlungen aus dem nördlichen Italien während des Zweiten Weltkrieges – eine neue Perspektive,“ Webinar-Reihe „Vom 1. Weltkrieg bis zur Autonomie im 21. Jahrhundert. Perspektiven der Geschichte Südtirols“, Autonomy Experience Südtirol/Alto Adige, Bozen, 3.6.2021; URL: https://www.youtube.com/watch?v=w6xb6dMVrsA

Publikationsverzeichnis

Bücher
Völkische Politik: Praktiken der Exklusion und Inklusion in polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten, 1939-1945, (erscheint 2021 im Wallstein Verlag), ca. 1.500 Seiten.

  • Ausgezeichnet mit dem Herbert Steiner-Preis (2016), Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW)

NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung, Hamburg: Hamburger Edition, 2013, herausgegeben und eingeleitet mit Kim C. Priemel, 928 Seiten.

  • Taschenbuchausgabe 2014; zweite Auflage 2018.
  • Rezensionen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Süddeutsche Zeitung (SZ), TAZ, Nürnberger Nachrichten, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, Francia, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Militärgeschichtliche Zeitschrift, Einsicht, Recht und Politik, Richter ohne Robe, H-Net.

Reassessing the Nuremberg Military Tribunals. Transitional Justice, Trial Narratives, and Historiography, Oxford/New York: Berghahn Books, 2012, herausgegeben und eingeleitet mit Kim C. Priemel, 321 Seiten.

  • aschenbuchausgabe 2014.
  • Rezensionen in: American Historical Review, Journal of Modern History, The English Historical Review, Holocaust and Genocide Studies, Vingtième Siècle – Revue d’Histoire, Historische Zeitschrift, Militärgeschichtliche Zeitschrift, Choice, Historical Dialogues, Einsicht, H-Net.

Nationalsozialistische Lager. Neue Beiträge zur NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik und zur Gedenkstättenpädagogik, Münster: Klemm & Oehlschläger, 2006, herausgegeben und eingeleitet mit Akim Jah, Christoph Kopke und Alexander Korb, 219 Seiten.    

  •     Rezensionen in: H-Net, Gedenkstätten-Rundbrief.

Aufsätze
“The Making of the Human Rights-Informed International Criminal Law in the 1990s and the Significance of the First Iraq War”, in: Putting Human Rights to the Test – Claims, Intervention and Contestations since 1990, hg. von Jan Eckel und Daniel Stahl (im Erscheinen).

„Völkisch Capitalism: Himmler’s Bankers and the Continuity of Capitalist Thinking and Practice in Germany“, in: Reshaping Capitalism in Weimar and Nazi Germany, hg. von Moritz Föllmer und Pamela E. Swett (erscheint im Januar 2022 bei Cambridge University Press).

„Politische Ökonomie und Praxis der nationalsozialistischen Umsiedlungen aus dem nördlichen Italien während des Zweiten Weltkrieges“, Geschichte und Region / Storia e regione 29 (2020), 2, S. 112-147.

„The Mass Murder of the European Jews and the Concept of ‘Genocide’ in the Nuremberg Trials: Reassessing Raphael Lemkin’s Impact”, Genocide Studies and Prevention: An International Journal 13 (2019), 1, S. 144-172, https://doi.org/10.5038/1911-9933.13.1.1610

„Völkischer Kapitalismus. Theoretische Überlegungen anhand des empirischen Beispiels der Deutschen Umsiedlungs-Treuhandgesellschaft 1939-1945“, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 66 (2018), 6, S. 505-523.

„Ethnic Germans“, in: A Companion to Nazi Germany, hg. von Shelley Baranowski, Armin Nolzen und Claus-Christian W. Szejnmann, Oxford: Wiley, 2018, S. 533-549, https://doi.org/10.1002/9781118936894.ch32

„Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“, in: Handbuch der völkischen Wissenschaften, hg. von Michael Fahlbusch, Ingo Haar and Alexander Pinwinkler, Bd. 2: Forschungskonzepte – Institutionen – Organisationen, Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 2017, S. 1940-1950.

„Konrad Meyer“, in: Handbuch der völkischen Wissenschaften, hg. von Michael Fahlbusch, Ingo Haar and Alexander Pinwinkler, Bd. 2: Forschungskonzepte – Institutionen – Organisationen, Berlin: De Gruyter Oldenbourg, 2017, S. 500-508 (mit Karl R. Kegler).

„Die Nürnberger Prozesse und der Holocaust. Frühe Interpretationen zur Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden“, in: Einsicht 14 (2015), S. 16-23, URL: https://www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/editorial/publikationen/einsicht/einsicht-14.pdf

„Wo ‚Nürnberg’ liegt. Zur historischen Verortung der Nuernberg Military Tribunals“, in: NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung, hg. von Kim C. Priemel und Alexa Stiller, Hamburg: Hamburger Edition, 2013, S. 9-63 (mit Kim C. Priemel).

„Von Generälen und Partisanen: Die Verbrechen der Wehrmacht in Südosteuropa und der ‚Geiselmord’-Prozess im Kontext des Kalten Krieges“, in: NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung, hg. von Kim C. Priemel und Alexa Stiller, Hamburg: Hamburger Edition, 2013, S. 230-254 (mit Florian Dierl).

„On the Margins of Volksgemeinschaft: Criteria for Belonging to the Volk within the Nazi Germanization Policy in the Annexed Territories, 1939-1945“, in: Heimat, Region and Empire: New Approaches to Spatial Identities in National Socialist Germany, hg. von Claus-Christian W. Szejnmann und Maiken Umbach, Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2012, S. 239-255, URL: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-0-230-39111-6_13

„Semantics of Extermination. The Use of the New Term of Genocide in the Nuremberg Trials and the Genesis of a Master Narrative“, in: Reassessing the Nuremberg Military Tribunals. Transitional Justice, Trial Narratives, and Historiography, hg. von Kim C. Priemel und Alexa Stiller, Oxford/New York: Berghahn Books, 2012, S. 104-133.

„Nuremberg’s Narratives. Revising the Legacy of the ‚Subsequent Trials’“, in: Reassessing the Nuremberg Military Tribunals. Transitional Justice, Trial Narratives, and Historiography, hg. von Kim C. Priemel und Alexa Stiller, Oxford/New York: Berghahn Books, 2012, S. 1-21 (mit Kim C. Priemel), URL: https://www.berghahnbooks.com/downloads/intros/PriemelReassessing_intro.pdf

„Gewalt und Alltag der Volkstumspolitik: Der Apparat des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums und andere gesellschaftliche Akteure der veralltäglichten Gewalt“, in: Gewalt und Alltag im besetzten Polen 1939-1945, hg. von Jochen Böhler und Stephan Lehnstaedt, Osnabrück: fibre, 2012, S. 45-66.

„Przemoc i codzienność w polityce narodowościowej. Aparat Komisarza Rzeszy ds. Umacniania Niemczyzny i inni aktorzy przemocy, która stała się codziennością“, in: Przemoc i dzień powszedni w okupowanej Polsce, hg. von Tomasz Chinciński, Gdańsk: Oskar, 2011, S. 73-94.

„Grenzen des ‚Deutschen’: Nationalsozialistische Volkstumspolitik in Polen, Frankreich und Slowenien während des Zweiten Weltkrieges“, in: Deutschsein als Grenzerfahrung: Minderheitenpolitik in Europa zwischen 1914 und 1950, hg. von Mathias Beer, Dietrich Beyrau und Cornelia Rauh, Essen: Klartext, 2009, S. 61-84.

„Die Volkstumspolitik der SS vor Gericht: Strategien der Anklage und Verteidigung im Nürnberger ‚RuSHA-Prozess’, 1947-1948“, in: Leipzig – Nürnberg – Den Haag: Neue Fragestellungen und Forschungen zum Verhältnis von Menschenrechtsverbrechen, justizieller Säuberung und Völkerstrafrecht, hg. vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: 2008, S. 66-86.

„Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“, in: Handbuch der völkischen Wissenschaften, hg. von Ingo Haar und Michael Fahlbusch, München: Saur, 2008, S. 531-540.

„Konrad Meyer“, in: Handbuch der völkischen Wissenschaften, hg. von Ingo Haar and Michael Fahlbusch, München: Saur, 2008, S. 415-422 (mit Karl R. Kegler).

„Die frühe Strafverfolgung der nationalsozialistischen Vertreibungs- und Germanisierungsverbrechen: Der ‚RuSHA Prozess’ in Nürnberg 1947-1948“, in: Krieg und Verbrechen. Situation und Intention: Fallbeispiele, hg. von Timm C. Richter, München: Meidenbauer, 2006, S. 231-241.

„Zwischen Zwangsgermanisierung und ‚Fünfter Kolonne’: ‚Volksdeutsche’ als Häftlinge und Bewacher in den Konzentrationslagern“, in: Nationalsozialistische Lager, hg. von Akim Jah u.a., Münster: Klemm & Oehlschläger, 2006, S. 104-124.


Lexikonartikel

  • „Nuremberg Military Tribunals“,

In: Max Planck Encyclopedia of International Procedural Law (EiPro), ed. by Hélène Ruiz Fabri, Oxford: Oxford University Press (unter Vertrag).

  • „Otages (procès des, Tribunal militaire de Nuremberg)“,
  • „RuSHA (procès du, Tribunal militaire de Nuremberg)“,

In: Dictionnaire encyclopédique de la Justice pénale international, hg. von Olivier Beauvallet (Paris: Berger Levrault, 2017).

  • „Danzig-Westpreußen als Aus- und Ansiedlungsgebiet“,
  • „Deutsche Volksliste“ (mit Detlef Brandes),
  • „Nürnberger Prozesse“,
  • „Slowenen aus der Untersteiermark und Oberkrain (1941-1945)“,

In: Lexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts (Wien: Böhlau, 2010).

  • „Erlass des Führers und Reichkanzlers zur Festigung deutschen Volkstums vom 7. Oktober 1939“,

In: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert (online seit 2010), https://www.1000dokumente.de/?c=dokument_de&dokument=0075_vot&object=context&l=de


Rezensionen
Für: Vierteljahrschrift Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Historische Zeitschrift, Central European History, German History, European Journal of International Law (EJIL) Talk!, H-German, H-Sozkult, Sehepunkte, Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, Einsicht, Sozial.Geschichte und Werkstatt Geschichte