Frühlingssemester 2014

Lehrveranstaltungen im Frühlingssemester 2014

FS 2014

Markets since the Middle Ages in Dialogue with Contemporary Debates

Vorlesung
Donnerstag, 10:15-12:00 Uhr, bis 22.05
KOL-F-117

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Laurence Fontaine

Inhalt

Until the end of the eighteenth century, European societies were living in an aristocratic political economy. Although this type of economy was grounded in gift-giving and privileges, it was nonetheless part of a market economy which promoted the individual. One of the main tensions of the time came precisely from the fact that most of the countries were ruled by aristocrats even though their wealth came from the market. This tension between the aristocratic political economy and the market political economy will be at the core of the lectures. We shall consider the market from a social point of view, looking concretely at the functioning of the market and at its individual actors in order to understand the implications of the market for society and the individual. Therefore, the market will not be studied through the classic trilogy, which have defined past economic studies: supply, demand and circulation. Instead, we will consider the conditions and possibilities of the market’s mere existence by studying the religious and political prohibitions, which fixed its modalities and limited its development. Then we shall look at the forums or places and means of exchange, not in an abstract way, but through historical actors and their capacities to enter into the market. We will analyse the ways that these people used to interact in the market in order to understand how the market was formed and how it functioned in local and international contexts. In so doing, we shall pay close attention to the place of women. Credit is at the core of the development of capitalism as well as at the heart of the survival strategies of the poorest. We will study the role of credit by examining the activities of different social groups. In conclusion, we shall reflect on the macroeconomic and microeconomic level, through economic disequilibrium and on financial crisis.

Fiction and History. The Example of Economic Practices since the Middle Ages

Seminar
Mittwoch, 14:00-15:45 Uhr
KO2-F-153

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Laurence Fontaine

Inhalt

This seminar aims to examine the multiple relationships between fiction and history. Two lines of inquiry will be followed to understand the pervasiveness of fiction in archives, in literature, and in the writing of history. First, we will explore past links between history and literature, which will lead us to question how to rethink these relationships today. Second, we will examine the recent research in behavioural psychology and economics. In a first part of the seminar, we shall discuss the links between writers, texts, and readers— stressing questions of authorship, materiality of texts, and reception. We will also look at the embodiment of fiction outside of texts. The second part of the seminar will examine the configurations of authors and readers within their societies. The "litterature de gueuserie", sixteenth- and seventeenth-century theatre, and early nineteenth-century novels will be used to reflect on the political economies of each time period, as well as on the imagination and the embodiment of emotions that were related to economic practices. The fabrication of fiction in the archives, the creation of forgeries, and the circulation of histories between archives and literary texts (and between literary genres and publics) will all be analysed. The third part will be devoted to the writing of history, reflecting upon the writing of economic history, the use of "microstoria", the revival of biography, and the emergence of new kind of biographies. Medieval and early modern sources will be privileged in the readings, but all periods will be considered through heuristic comparisons. Our main examples will be drawn from economic practices—viewed as embedded in political economies that articulate value systems and power relations.

Proseminar 3 (Gruppe 11)

Seminar
Freitag, 10:15-12:00 Uhr
SOE-F-8

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Julia Heinemann

Ad fontes: Editieren lernen

Kolloquium
Montag, 14:00-15:45 Uhr
KOL-H-320

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Claudia Moddelmog

Inhalt

Historikerinnen und Historiker sind nichts ohne ihre Quellen. Doch häufig sind sie sich kaum bewusst, dass die Bücher, in denen sie ihre Quellen lesen, nur Editionen sind und keineswegs die Schriftstücke selbst, die sie als Quellen bezeichnen. Im Kolloquium soll es darum gehen, die Schriftstücke als materielle Objekte genauer kennen und sie lesen zu lernen: ihre Buchstaben, ihre fremden Wörter und Maße, ihre Siegel, ihre Rückseiten und natürlich ihren Inhalt. Darauf aufbauend sollen die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert und erprobt werden, eine "gute" Edition zu erstellen, die über einen reinen Abdruck hinausgeht. Dafür gilt es nicht nur, das Archiv und seine Bestände und allgemeine Hilfsmittel (wie Lexika und Wörterbücher) zu erkunden, sondern auch die technischen Möglichkeiten (insbesondere der online- Edition) und anderes mehr zu bedenken. Das Material, das im Zentrum der Veranstaltung steht, sind Dokumente aus dem einstigen Kloster Königsfelden aus der Zeit um 1415. Im Kolloquium erstellte Editionen sollen – nach Möglichkeit ohne Verzug – auf die Website des Staatsarchivs Aargau online gestellt werden. Grosses Interesse an unseren Ergebnissen hat auch das Museum Aargau signalisiert.

Geschlechterwirtschaften. Eine andere Geschichte der Schweiz im Spätmittelalter

Kolloquium
Donnerstag, 14:00-15:45 Uhr, bis 22.05
KO2-F-155

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Nathalie Büsser

Inhalt

Das Kolloquium nähert sich über neue, auf den ersten Blick ungewohnte Zugänge der vormodernen Schweiz und ihren lokalen Führungsgruppen an. Erstens über den Begriff Geschlecht, und zwar in der doppelten Bedeutung des Wortes, verstanden als Dynastie und als Gender. Die führenden Familien werden unter einem verwandtschaftsgeschichtlichen Blickwinkel betrachtet. Damit ist die Annahme verbunden, dass vormoderne Staatsbildungsprozesse verwandtschaftliche Beziehungen nicht – wie es gängige Modernisierungsnarrative postulieren – schwächen, sondern vielmehr stärken. Die Machtposition und die Familienorganisation der eidgenössischen Eliten waren derart eng verknüpft mit staatlich- kommunalen Ressourcen wie dem Soldwesen, mit der Politik und den Aussenbeziehungen, dass sich zweitens der Zugang über das Wirtschaften geradezu aufdrängt. Auf diese Weise rücken auch die weiblichen Verwandten in den Vordergrund, die in den Familienunternehmen und darüber hinaus als häufig unterschätzte, aber sehr wohl handlungsmächtige Subjekte eine wichtige Rolle spielten. Das Kolloquium verbindet die Diskussion von Forschungsliteratur mit der Arbeit an ausgewählten Quellenbeispielen.

Lizenziats- / Master- / Doktoratskolloquium (Fontaine)

Kolloquium
Donnerstag, 16:15-18:00 Uhr, 06.03 bis 22.05
KO2-F-153

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Laurence Fontaine

Proseminar 2: Religion und Gesellschaft

Proseminar
Donnerstag, 12:15-13:45 Uhr, bis 22.05
KOL-F-103

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Isabelle Schürch

Inhalt

In Antike und Mittelalter ist Religion in allen gesellschaftlichen Bereichen präsent. Anhand der griechischen Antike und dem christlichen Mittelalter wollen wir die Bedeutung von Religion für das öffentliche und kulturelle Leben aufzeigen. In der griechischen Polis wird das gesellschaftliche und private Leben weitgehend durch Kulte, Feste und Rituale (Prozessionen, Opfer) strukturiert. Wichtige politische Entscheidungen (Krieg und Frieden und Kolonisationsvorhaben) werden durch Orakelbefragungen durch die Göttern abgesichert. Die Verflechtung von Gesellschaft und Religion zeigt sich auch bei der Besetzung von Ämtern. Kultische Ämter werden nicht durch einen klar abgegrenzten Klerus ausgeführt, sondern stehen in der Regel allen Bürgern offen. Im Proseminar 1 werden wir sowohl die Religion und ihre Organisation im Rahmen der Polis, wie auch im panhellenischen Kontext behandeln und anhand dieses Themas grundlegende Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaft einüben. Im Proseminar 2 steht ergänzend dazu der Umgang mit mittelalterlichen Dokumenten im Zentrum. Unser Ausgangspunkt wird dabei die Frage sein, welche Rolle mittelalterliche Bischöfe an der Schnittstelle zwischen Religion und Gesellschaft ausübten und wie eine solche Herrschaft ausgeübt wurde. Bischöfe agierten mit Stab und Schwert, als geistliche Hirten, aber auch als weltliche Fürsten. Diesem besonderen Spannungsfeld nähern wir uns über unterschiedliche Quellen, von Haushaltsbüchern über Urkunden bis Briefkorrespondenz, von Symbolen über Darstellungen bis zur Architektur.

Proseminar 2: Verwandtschaft

Proseminar
Mittwoch, 10:15-12:00 Uhr
KOL-G-203

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Lilach Assaf

Inhalt

In den letzten Jahren hat das Thema ‚Verwandtschaft’ in den Sozial- und Geschichtswissenschaften zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Insbesondere Historikerinnen und Historiker haben neue Methoden und Fragen aufgegriffen und gezeigt, wie relevant Praktiken, Konzepte und Strukturen von Verwandtschaft und Familie für historischen Wandel in allen Epochen sind. Die historische Verwandtschaftsforschung beschäftigt sich mit einer Bandbreite von Themen und Zugängen, die beispielsweise nach den Verknüpfungen von sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, von Machtbeziehungen und Religion mit Verwandtschaftspraktiken fragen. Auch die Bedeutung von Geschlechterverhältnissen und Körperpraktiken für die Konstituierung von Verwandtschaft spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Proseminar möchten wir diese verschiedenen Herangehensweisen diskutieren und konkrete Werkzeuge und Methoden besprechen, mit denen Historikerinnen und Historiker arbeiten. Dabei geht es sowohl um die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Texten als auch um den kritischen Umgang mit historischen Quellen.

Übung zum Proseminar 3 (Gruppe 08)

Übung
Montag, 16:15-18:00 Uhr
KO2-F-155

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Isabelle Schürch