Johannes Steiner

Bis ins 18. Jahrhundert wurden die fünf von Zwingli geschaffenen Professuren verdoppelt. Finanziert waren sie weiterhin aus dem Vermögen des einstigen Chorherrenstifts am Grossmünster. Anfang des 17. Jahrhunderts kamen Professuren für Hebräisch und Geschichte hinzu. Gegen 1700 wurde Geschichte in Kirchen- und Profangeschichte aufgeteilt. Die Schulreform des Jahres 1601 sah vor, dass Geschichte in den Lehrplan des Lektoriums aufgenommen wurde. Gelehrt wurde sie von Johannes Steiner. 1612 wurde ein Lehrstuhl geschaffen: „Nach der Weisung des Lehrplans war die Zeit vor Christi Geburt nur ganz kurz zu behandeln, da man von dieser Epoche nur wenig wisse. Erst mit der vierten Monarchie, d. h. dem Römischen Kaiserreich und den Anfängen des Christentums sollte die Darstellung eingehend werden. Es waren zu behandeln ‚der Kirche Zustand, fürnehmste Lehrer, Concilia wie auch Widersacher, geistliche und weltliche’. Durch Vergleich mit der Gegenwart sollen passende Nutzanwendungen gewonnen werden. In einer Verordnung aus der Mitte des 17. Jahrhunderts wird ferner vorgeschrieben, dass Sleidans Geschichte von den vier Monarchien als Leitfaden zu dienen habe und sein Inhalt den Studenten ‚in succum et sanguinem zu convertieren sei’.“ (Gagliardi / Nabholz / Strohl [Nabholz] 1938, 37)