History of the Contemporary World / Zeitgeschichte (90 ECTS Credits)

Forschungsnah und interdisziplinär

Das spezialisierte Masterprogramm History of the Contemporary World / Zeitgeschichte (HCW/ZG) bietet den Studierenden die Möglichkeit, sich mit der Historizität von Konflikten und gesellschaftlichen Umbrüchen der Gegenwart auseinanderzusetzen. Es befähigt die Studierenden, historische Analysen zur modernen Welt bzw. zur Gegenwart zu erarbeiten und die Herausforderungen kennenzulernen, die sich der Geschichtsschreibung in einer digitalisierten, globalisierten Welt stellen.

Das Lehrangebot zeichnet sich durch forschungsnahe Seminare, Kooperationen mit Archiven und Museen sowie die Vermittlung von Kenntnissen digitaler Methoden in der Geschichtswissenschaft aus. Der Masterstudiengang ist forschungsnah und interdisziplinär angelegt. Er kombiniert exklusive, für die Studierenden des Programms reservierte Module mit solchen aus dem allgemeinen Angebot des Zeitbereichs Neuzeit des Historischen Seminars.

Die Hauptsprache im spezialisierten Masterprogramm ist Deutsch. Voraussichtlich werden auch Seminare und Übungen in Englisch angeboten. Lateinkenntnisse werden nicht verlangt. Informatikkenntnisse sind willkommen, aber keine Voraussetzung.

Studienbeginn und Bewerbung

Studienangebot

A. Exklusive Module

Seminar: Einführung in die Zeitgeschichte

Pflichtmodul; Beginn im Herbstsemester; zweisemestrig; 12 ECTS Credits

Das Lektüreseminar erschliesst auf Basis von ausgewählten Texten zentrale Referenzwerke, theoretische Positionen und methodische Werkzeuge der Zeitgeschichte. Es setzt sich zum Ziel, die Historizität von gesellschaftlichen Umbrüchen und Konflikten der Gegenwart verstehen zu lernen und die Studierenden zu befähigen, sich an Kontroversen und Debatten über die Gegenwart zu beteiligen. Im Zentrum des Seminars steht die ausführliche Diskussion anspruchsvoller Texte. Dabei soll insbesondere auch die Fähigkeit geschult werden, kürzere, pointierte mündliche Interventionen und prägnante Kurzessays zu verfassen und im Rahmen einer schriftlichen Seminararbeit auf Basis von Literatur eine eigenständige Auseinandersetzung mit Fragen der Zeitgeschichte zu leisten. Die Seminararbeit wird im Laufe des zweiten Semesters geschrieben, in dem keine Sitzungen mehr stattfinden.

Übung: Archive, Technologien, Medien

Wahlpflichtmodul; Beginn im Herbstsemester; zweisemestrig; 9 ECTS Credits

Die Übung erkundet in Kooperation mit Archiven, Museen und anderen Gedächtnisinstitutionen Methoden und Materialien zur Erforschung der Zeitgeschichte. Sie ist forschungsnah konzipiert und setzt sich zum Ziel, auf der Basis von unterschiedlichen Archiven neue Untersuchungsgegenstände zu erarbeiten. Dabei geht es übergeordnet auch um die Frage, wie gegenwärtig vor dem Hintergrund postkolonialer und medientheoretischer Perspektiven Theorie und Praxis von Archiven reflektiert werden. Zudem werden die Studierenden dabei unterstützt, in Auseinandersetzung mit Gedächtnisinstitutionen und historisch gewachsenen Praktiken eigenständige Forschungsinteressen zu entwickeln.

Übung: Geschichte in der digitalisierten Welt

Wahlpflichtmodul; Beginn im Frühjahrssemester; zweisemestrig; 9 ECTS Credits

Die Übung bietet eine methodische und theoretische Einführung in die Herausforderungen der Geschichtsschreibung in der digitalisierten Welt. Dabei geht es um die Frage, wie digitale Operationen die Herstellung und Archivierung von Wissen verändern und welche geopolitischen und epistemischen Implikationen mit diesen Umbrüchen verbunden sein könnten. Das Modul setzt sich zum Ziel, mittels Tutorien Grundkenntnisse der Programmierung zu vermitteln, grundlegendes Wissen über digitale Infrastrukturen (in Bezug auf Text, Bild, Ton, Statistiken) zu erwerben sowie Methoden zur Erforschung der Geschichte der Digitalisierung zu erproben. Die Übung ist forschungsnah angelegt und ermuntert die Studierenden, im Rahmen ihrer Schreibpraxis und digitaler Präsentationsformen mit den erworbenen Kenntnissen zu experimentieren.

B. Wahlmodule

Neben den exklusiven Modulen können die Studierenden auch die folgenden zwei nicht-exklusiven Wahlpflichtmodule aus dem MA-Studienprogramm Geschichte belegen: „Perspektiven der Globalgeschichte“ und „Kultur- und Mediengeschichte der Neuzeit“. Daneben bieten weitere curriculare Module in Form von Kolloquien und Vorlesungen aus dem Angebot des Historischen Seminars im Zeitbereich Neuzeit inkl. Osteuropa die Möglichkeit, sich thematisch zu positionieren. Für zusätzliche Informationen siehe Mustercurriculum.

C. Abschluss

Der Masterabschluss erfolgt durch das Verfassen der Masterarbeit, einen begleitenden Besuch von zwei Master-Kolloquien bei der Betreuerin/dem Betreuer der Masterarbeit sowie durch eine mündliche Prüfung.

Berufsperspektiven

Der spezialisierte Master qualifiziert für die akademische Forschung und Lehre im Bereich der History of the Contemporary World / Zeitgeschichte und der Digital History. Darüber hinaus eröffnet das Studienprogramm ein breites Tätigkeitsfeld in Archiven, Gedächtnisinstitutionen, Medien- und Kultureinrichtungen, in internationalen Organisationen, NGOs, der öffentlichen Verwaltung sowie in Privatunternehmen, die ein Verständnis von gesellschaftlichen Umbrüchen und Konflikten der Gegenwart voraussetzen.