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Wissenschaftliches Vortragen

Historisches Arbeiten beinhaltet neben wissenschaftlichem Schreiben auch wissenschaftliches Vortragen. Bei mündlichen Beiträgen sind ebenfalls gewisse Punkte zu beachten.

Vortragstechnik

In Vorträgen vermitteln Studierende im Rahmen von (Pro-)Seminaren und Kolloquien ihren Mitstudierenden selbstständig erarbeitete Inhalte. Dabei dienen Vorträge nicht nur der Stoffvermittlung. Sie helfen auch, wissenschaftliche Argumentationsfähigkeit und rhetorische wie präsentationstechnische Fähigkeiten einzuüben.

Vor dem Vortrag

  • Überlegen, welche Art von Stützen verwendet werden soll (freier Vortrag, Kärtchen mit Stichworten, ausformuliertes Manuskript).
  • Abklären, welche Fragestellung verfolgt wird und wie der Vortrag gegliedert ist; gegebenenfalls Rücksprache mit der:dem Dozierenden halten.
  • Entscheiden, ob ein Quellen- und/oder Thesenpapier verwendet wird.
  • Überlegen, welche technischen Hilfsmittel benötigt werden (Beamer, Tontechnik etc.); gegebenenfalls Rücksprache mit der:dem Dozierenden halten.
  • Den Vortrag zu Hause (vor dem Spiegel oder vor einem «Testpublikum») und mit Stoppuhr üben.

Aufbau des Vortrags

  • Einleitung: Heranführung an das Thema (Thema nochmals nennen); Überblick über den Vortrag.
  • Hauptteil: Klare Strukturierung, Prägnanz, Unwichtiges weglassen; Beachtung rhetorischer und didaktischer Regeln.
  • Schluss: Zusammenfassung und Thesen; keine neuen Fakten.

Zeitliche Planung

  • Zeitvorgaben müssen zwingend eingehalten werden.
  • Ausformuliertes Manuskript: Eine A4-Seite entspricht etwa 3–4 Minuten Redezeit.
  • Manuskript in Stichworten: Acht Stichworte entsprechen ungefähr einer Minute Redezeit.
  • Bei längeren Vorträgen beachten: Nach etwa 20 Minuten sinkt die Aufnahmefähigkeit des Publikums deutlich, kann aber durch kurze Pausen wieder erhöht werden.

Rhetorische und didaktische Regeln

Ob frei gesprochen oder mit ausformuliertem Manuskript vorgetragen wird, ist eine Typenfrage. Wichtig ist in beiden Fällen eine verständliche Sprache.

  • Einfache Sprache, kurze Sätze, mittleres Sprechtempo und bewusste Pausen.
  • Blickkontakt mit den Zuhörenden suchen.
  • Natürliche Körpersprache, keine künstliche Gestik.
  • Gewisse Redundanz bei wichtigen Punkten.
  • Anschaulichkeit durch Bilder, Grafiken, Quellenzitate und Vergleiche (massvoll einsetzen).

Verwendung von Medien (PowerPoint o. ä.)

  • Schriftgröße mindestens 18 Punkt.
  • Stichpunkte oder kurze Texte verwenden.
  • Folien/Slides interpretieren und erklären (lange genug zeigen); keine Folie spricht für sich.
  • Auch Quellen und Bilder sprechen nicht für sich; sie müssen kommentiert und mit einer Herkunftsangabe versehen werden.

Handout und Thesen

Damit die Zuhörer:innen sich während des Vortrags besser orientieren können und nach dem Vortrag die Möglichkeit haben, wichtige Punkte, Daten, Begriffe etc. nachzuschauen, sollten Vortragende ein Handout anfertigen. Dies gibt in knappen Ausführungen auf ca. 1-2 A4-Seiten Auskunft über die wesentlichen Informationen des Themas und gestattet, etwa durch Tabel­len, Chronologien oder Definitionen, einen raschen Überblick. Das Handout enthält zudem eine Bibliographie mit den verwendeten Quellen und der verwendeten Forschungsliteratur.

Bei der Formulierung wissenschaftlicher Thesen sind folgende Punkte zu beachten:

  • Eine These ist eine Behauptung, die belegt werden muss und widerlegt werden kann. Sie bezieht sich auf einen überschaubaren Themen- oder Problemaspekt.
  • Eine These sollte sachlich sein, also kein Glaubenssatz und kein Allgemeinplatz.
  • Thesen sind kurz und prägnant. Die Urheber:innen einer These sollten diese stets belegen und kontextualisieren können.
  • Ziel einer These ist es, eine wissenschaftliche Diskussion anzuregen. Mit allzu polemischen, irrationalen oder absurden Thesen gelingt dies ebenso wenig wie mit offensichtlichen Aussagen, denen alle vorbehaltlos zustimmen können.

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