Karten machen Geschichte

Karten machen Geschichte: Einführung in Historical GIS

BA-Kolloquium im Frühlingssemester 2020, Historisches Seminar der Universität Zürich

Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis der UZH

Bericht im UZH-Journal über das Lehrkredit-Projekt "Digitale Leistungsnachweise"

Ergänzung zur Lehrveranstaltung: Kurs Einführung in QGIS-Desktop

Videotutorials zu einigen Inhalten der Lehrveranstaltung auf SwitchTube sowie Youtube

 

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Genauigkeitsanalyse historischer Karten: was verrät eine historische Karte über damalige Wissens- und Raumordnungen?

 

Können Karten Geschichte machen? Karten sind auf jeden Fall ein willkommenes Hilfsmittel der Geschichtswissenschaft: sie helfen, sich rasch einen Überblick zu verschaffen, wo sich Geschichte abgespielt hat. Visualisierungen räumlicher Aspekte können aber auch viel mehr sein: sie ermöglichen es, Zusammenhänge zu erkennen, Muster zu identifizieren, innovative Fragen zu stellen oder gar neue Erkenntnisse zu gewinnen. Im digitalen Zeitalter eröffnet die Anwendung von GIS (Geoinformationssysteme) so neue Chancen für die Geschichtswissenschaft. Das Kolloquium bietet anhand ausgewählter Aspekte einen punktuellen Einblick in die zahlreichen Möglichkeiten von Historical GIS – als didaktisches und heuristisches Instrument.

 

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Schauplätze eines Buches zur Globalgeschichte: wie "global" ist diese Weltsicht?


Wir analysieren das Potenzial bestehender Forschungsprojekte, werden aber auch selber tätig, um mit Karten Geschichtswissenschaft zu machen. Eigene kleine Historical GIS-Projekte werden unter Anleitung mit der Open-Source GIS-Software QGIS realisiert, um das Potenzial und die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten zu testen. Welche Arten von Raumanalysen sind mit GIS möglich und welche sinnvollen Einsatzszenarien existieren im historischen Bereich? Welche Schwierigkeiten bestehen dabei? Dabei rücken auch grundsätzliche Fragen der Digitalen Geisteswissenschaften in den Fokus: Wie werden aus Quellen Daten, aus diesen Modelle und daraus historische Erkenntnisse? Welche Besonderheiten ergeben sich bei der Arbeit mit digitalen Methoden? Wie lässt sich die Quellenkritik als Kernkompetenz der Geschichtswissenschaft auf digitale Technologien übertragen? Wie wichtig ist das Verständnis von Algorithmen für die historische Arbeit? Welches sind Gefahren und Grenzen digitalen Arbeitens? Und schliesslich: was hat all dies mit dem klassischen historischen Handwerk zu tun? Digital history wird in diesem Kontext als Erweiterung des traditionellen hilfswissenschaftlichen Werkzeugkastens verstanden. Sie vermitteln grundlegende Fähigkeiten, die nicht nur im Wissenschafts-Kontext nutzbringend sind.


Besondere Vorausserzungen: keine. Keine Erfahrung mit GIS oder besondere technische Fähigkeiten vorausgesetzt (sind aber, falls vorhanden, sehr willkommen).

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Sichtbarkeitsanalyse: Gesichtsfeld von einer mittelalterlichen Burg - welche technischen Möglichkeiten eröffnet die Arbeit mit GIS für historische Fragestellungen?

Teil des Projektes:

 

tdl