Projekte



Übersicht laufender und abgeschlossener Projekte am Lehrstuhl Teuscher (generiert aus der Forschungsdatenbank der Universität Zürich)

Laufende Forschungprojekte

Sortiert nach Titel

Die Urkunden und Akten des Klosters und des Oberamts Königsfelden (1308–1662)

Januar 2017 bis Dezember 2020

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

lic. phil. Tobias Hodel (Project Leader) tobias.hodel@hist.uzh.ch
Prof. Dr. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

Das Doppelkloster Königsfelden gehörte Zeit seines Bestehens (1308-1528) zu den zentralen klerikalen Institutionen des Aargaus und übte auch danach während Jahrhunderten eine grosse Anziehung auf die Menschen der Region und darüber hinaus aus. Das Projekt macht die reiche Überlieferung aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit für die Forschung und interessierte Laien in Form einer digitalen Edition zugänglich.

Königsfelden wurde am Ort des Mordes am habsburgischen König Albrecht I. gegründet. Reich ausgestattet durch die Frau und Tochter des Königs, entwickelte sich die Institution rasch zu einem wichtigen Ort und Instrument der Herrschaftsausübung zwischen Aare und Rhein. Weit über das habsburgische Kerngebiet hinaus nahmen die Verwalter aber auch der Orden der Klarissen Einfluss auf die lokalen und regionalen Geschehnisse. Bis zur Auflösung der Konvente im Zuge der Reformation konnte eine hohe Eigenständigkeit bewahrt und zwischen den aufstrebenden Städten Zürich und Bern ein weiträumiges Herrschaftsgebiet bis in den Elsass kontrolliert werden.

Zentrale Ereignisse der Geschichte der Schweiz, wie die Eroberung des Aargaus von 1415 oder die Konzile von Konstanz und Basel stehen in enger Verbindung mit Entwicklungen in Königsfelden.
Resultat dieser vielfältigen Verstrickungen sind mehr als 1’000 Urkunden und Akten, die heute im Staatsarchiv Aargau aufbewahrt werden sowie weitere Dokumente in den Stadtarchiven des Aargaus, im Elsass, Innsbruck und Wien. Im Rahmen des Projekts wird diese Dokumentenfülle nicht nur digital zugänglich gemacht, sondern auch als kommentierte Edition Einblicke in das Herrschen und Leben der Menschen zwischen 1300 und 1650 geben. Die so zugänglich gemachten Dokumente sind von entscheidender Bedeutung für die Lokal- und Ortsgeschichte, aber auch die Ordensgeschichte bis hin zur Geschlechterforschung.

Die Aufarbeitung als digitale Edition erlaubt unterschiedliche Zugänge zu den jahrhundertealten Artefakten. Insbesondere können die sehr unterschiedlichen Ordnungszusammenhänge (Archivsignaturen, Aufbewahrungsformen, Abschirftensammlungen) in die die Dokumente im Lauf der Zeit gestellt wurden sichtbar gemacht werden. Neben hochwertigen Abbildungen der Quellenstücke werden kommentierte Texte sowie genannte Personen und Orte zugänglich gemacht und in ihren historischen Kontext eingeordnet. Damit bedient das Projekt nicht nur herkömmliche Anforderungen an Editionen sondern gezielt auch die Chancen, die eine digitale Geschichtsschreibung bietet.

Aufgrund der Vernetzung mit anderen Editionsprojekten und dem Einbezug in universitäre Lehrveranstaltungen werden im Projekt einerseits Standards genutzt und andererseits der Nachwuchs für digitale Formen der Quellenerschliessung sensibilisiert. Das Umfeld eines Lehrstuhl bietet ein ideales Feld, um neue Formen der Quellenerschliessung und neue technische Möglichkeiten, wie die automatisierte Handschriftenerkennung und die Erkennung von Eigennamen, auszutesten und in einem internationalen Umfeld zu präsentieren. Dabei leisten auch die involvierten Erinnerungsinstitutionen, namentlich das Staatsarchiv und das Museum Aargau einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung und langfristigen Aufbewahrung der Resultate. Das Projekt demonstriert, wie eine enge Vernetzung zwischen Universität und kantonalen Institutionen für beide Seiten fruchtbar ist.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Sortiert nach Titel

Kinship and Blood. Incoropration–Genealogy–Race–Genes

Januar 2007 bis Dezember 2016

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Prof. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

The project is a co-operation between historians working on different periods of European history. We are trying to clarify the ruptures and continuities in the imagery of blood and kinship. We examine theological, juridical, belletristic, ethnological, artistic, and medical representations of blood, and their implications for understanding heredity, succession, inheritance, alliance, obligation, and conflict in the broad arena of kinship dynamics and practices.

Felix Hemmerli - Zürichs streitbarer Gelehrter im Spätmittelalter

September 2013 bis Dezember 2016

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Dr. Colette Halter-Pernet (Project Leader) colette.halter@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

Im Rahmen dieses Projekts an der Universität Zürich wird ein Buch über Felix Hemmerli erarbeitet, welches das Leben und Werk dieses Zürcher Gelehrten aus dem 15. Jahrhunderts thematisiert. Auf dem heutigen Stand der Forschung soll eine wissenschaftlich fundierte Darstellung über Hemmerli entstehen, die sich an ein historisch interessiertes Publikum richtet.
Das Buch wird aus zwei Teilen bestehen, einem Biographie- und einem Textteil. Der Biographieteil wird nach wissenschaftlichen Kriterien mit Fussnoten versehen werden, damit die verwendeten Quellen einsehbar und die Argumentationen nachvollziehbar sind. Im Textteil wird sowohl die lateinische Fassung der Traktate oder ihrer Auszüge wie auch deren deutsche Übersetzung im Paralleldruck publiziert werden.

Das ausgehende 14. und das frühe 15. Jahrhundert werden in der Literatur häufig als Krisen- und Umbruchszeit, aber auch als Übergangsepoche charakterisiert, in welcher die Keime für den Humanismus, die Renaissance und für die konfessionelle Spaltung gesät wurden. In diese Zeit fallen die Lebensdaten Hemmerlis, der durch seine Gelehrsamkeit in Kombination mit seinem streitbaren Charakter, seinem Pragmatismus und Weitblick eine herausragende Persönlichkeit des 15. Jahrhunderts darstellte. Einerseits imponiert er durch sein umfassendes Werk und seine Gelehrtheit. Allein seine Bibliothek in der Amtswohnung beim Grossmünster bestand aus über 500 Titeln und zählte zu den grössten Privatbibliotheken ihrer Zeit im deutschsprachigen Raum. Andererseits sticht Hemmerli vor allem durch seine stark antieidgenössische Haltung und seine politische Einstellung heraus, die sich gegen die Anliegen der Bauern und Bürger richtete und im Adel die rechtmässige Führung der Gesellschaft sah. Hemmerlis Publikationen und Handlungen stilisieren ihn zu einer Ausnahmeerscheinung, durch die sich jedoch auch Aussagen über den zeitgenössischen Alltag und die Gesellschaft gewinnen lassen. Diese Kombination ermöglicht es, dem interessierten Leser jene Zeit näher zu bringen, in welcher nicht nur die heutigen Kantone ihre Territorien zu bilden begannen, sondern sich auch die Reformation als prägendes Ereignis in der Geschichte der Schweiz anbahnte. Denn Hemmerlis Lebensgeschichte ist eng an diese Umwälzungsprozesse auf makrohistorischer Ebene geknüpft. Sie kann vermitteln, wie die einzelnen eidgenössischen Orte politisch noch lange mit wechselnden Partnern, auch mit den Habsburgern, hin und her paktierten und wie die Konzile mit ihren Reformideen auf die einzelnen klerikalen Trägerschaften wirkten. Mikrohistorisch gilt es, die verschiedenen persönlichen Bindungen und Verknüpfungen Hemmerlis aufzuzeichnen und zu zeigen, wie sich damals Personengeflechte und Koalitionen formierten. In einer Zeit, die ohne starke staatliche Ordnungsstruktur auskommen musste, hatten personelle Bindungen einen sehr grossen Einfluss. Hemmerlis Schriften dienen zudem als Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit der politisch-publizistischen Kultur im heutigen schweizerischen Mittelland während des Spätmittelalters. Vielversprechende Themen betreffen Hemmerli als adelsfreundlichen Gelehrten, der sich gegen die bäuerliche Eidgenossenschaft wandte, sowie auch Hemmerli als Autor, der zwischen der scholastischen Publizistik und dem politischen Handeln vermittelte und sich an der Schnittstelle zwischen Kirchenreformdebatten und der eidgenössischen Politik bewegte. Dank der thematischen Breite seiner Schriften können zusätzlich zeitgenössische Themen wie die Diskussion über den Wucher, Ansichten über den Exorzismus und Wetterprozessionen oder Moral und Sitte einbezogen werden. Damit lassen sich etliche Schlaglichter auf kirchliche, politische, gesellschaftliche und kulturelle Themenbereiche werfen, die einer interessierten Leserschaft vermittelt werden können.

Königsfelden und sein Adel. Annäherungen an eine neue Sozialgeschichte

Mai 2012 bis April 2015

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Prof. Dr. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

The project exploits the outstanding archival tradition of the former monastery of Francicans and Clarists and uses the monastery as the point of departure for a new social and regional history. Instead of making supposed peculiarities the starting point of constructing a separate history of the region two individual research projects will explore the same local source material from different perspectives that are highly topical in international debates on medieval history. One project evolves around the conceptualization and circulation of property amongst noble kin with special regard to women's roles. The other project investigates uses of writing in the fields of liturgy, administration, and lordship focusing on practices and transfers of techniques between the different fields. The goal is to redifine regional history by attaching it in new manners to international debates.

Königsfelden vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Januar 2011 bis Mai 2012

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Prof. Dr. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

Recent research into the monastery and its institutional successors (bailiwick, clinic) undertaken by five historians will be bundled in a new book intended for a broader audience. Each author takes up some cutting-edge themes within her or his field and applies them to the history and the sources of Königsfelden. The chapters of the book are devoted to: (1) the formation of the Habsburg dynasty and how this affected the nobility and the cities of the region, (2) the tension between the founders' intentions and the specific Franciscan ideals and structures of the religious order, (3) the connections between practices of power and techniques of writing, (4) the changing patterns of kinship and of property devolution between the nuns and their families, (5) the transformation of administration and tradition when the former monastery was integrated in the early modern city-state of Bern and, finally (6) the memories related to and emanating from the monastery from the age of historicism onward, when a psychiatric hospital had taken its location and in part continued its institutional tradition. In sum, the different chapters will give a panorama of both relevant research approaches and specific periods of Königsfelden's history.

Materialien, Techniken und Wissensbestände der weltlichen Administrationskultur

April 2006 bis Maerz 2010

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Prof. Dr. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

The project examines cultural aspects of administration and governance. It aims at shedding new light on modern forms of statehood with their characteristic dependence on knowledge. On the basis of French and German medieval law books as the Sachsenspiegel or Schwabenspiegel from the 13th to 15th centuries, the project examines how princely and urban chanceries adapted new skills, working-techniques, and inventories of knowledge. The spread of such cultural innovations is mirrored in the successive copies of law books in which the same texts were constantly rearranged, combined with other texts, and given new formats, or even completely reorganised in abecedaries or similar genres. The books were thus adapted to the changing needs of learned lawyers at princely courts as well as by 'half-learned' aldermen or writers in urban chanceries. The project asks how the underlying adaptation of cultural innovations contributed to transfers of legal knowledge, to making such knowledge available in new contexts, and to adapting it to changing concepts of the normative. The project thus explores both changes in the ideas of order and the scope of action of the secular administration and government.

Medien der Ordnung. Praktiken des Umgangs mit Rechtsaufzeichnungen und Wandel der politischen Kultur 1200–1500.

Januar 2006 bis Dezember 2016

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Prof. Dr. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

This project is part of the NCCR «Mediality» and deals with the medial evolution of late medieval law-book manuscripts that contain compilations of regional legal regulations. The main concern of this project is to analyse connections between the development of new administrative structures and the emergence of new medial phenomena in contemporary law manuscripts. To what extent were new cultural techniques – many of which had originally been developed in the spheres of theology – applied to administrative purposes? Did these techniques allow for new legal operations, was their use related to changes in how the compilations and ultimately legal order at large were conceived?

These questions shall be answered by analysing the changes in the medial configuration of the law-books. This will be pursued by looking at four different aspects of mediality: material features of the codex (format, illuminations, different types of indices, page layout), the patterns of compilation, the choice of language (i.e. Latin or vernacular) as well as new textual phenomena in the law-books themselves (such as abecedaria, glosses, digests in systematic order). Several of the cultural techniques adopted in the law-book manuscripts are previously known from the spheres of theology and liturgy.

The approach is a comparative one, which traces the evolution of law-book manuscripts in different European regions in relation to one another. This project examines manuscripts from Northern Europe, such as the Danish (Jyske Lov, Valdemars Sjællandske Lov, Eriks Sjællandske Lov and Skånske Lov) and Icelandic law-books (Grágás and Jónsbók). The project closely cooperates with an additional project under the same leadership (Titel) with a focus on German and French law-books.

Tagung: Habsburger Herrschaft vor Ort – weltweit (1300–1600)

Januar 2008 bis Dezember 2016

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Prof. Dr. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

The project will discuss local dimensions of late medieval and early modern Habsburg rule in a transnational and transatlantic perspective. The main focus lies on manifestations of Habsburg rule in the villages and towns of the empire’s different peripheries in Austria, Spain, Switzerland, Flanders, the Americas, etc. The centers and courts are only addressed to the extent that they made themselves felt on the local level. The conference will take up the most diverse local aspects of Habsburg rule as well as various kinds of interdependences between centers and peripheries of the Habsburg territories. One crucial topic arises from investigations into the practices of local officers and the manners in which they represented (or
neglected) their remote lords. To what extent were they controlled–or out of control? How did local elites exploit lordly offices for their own purposes? How did officers use tokens, documents, signs, and more to prove that they were indeed acting as duly authorized representatives of their lords? By what means (messengers, commissari, missives, inquests, descriptiones terrae) did the centers attempt to supervise their officers? Why did the centuries around 1500 give raise to widespread discourse about «Evil Bailiffs» (or viceroys)?
Another important field of inquiry is the Habsburgs’ use of ecclesiastic institutions in attempts to link peripheries and centers. How were acquisitions of church advocacies used as means of extending lord-ship? To what extent was the distribution of ecclesiastic offices and benefits instrumentalized to bind and reward loyal followers? Some papers will discuss how the Habsburg family used foundations and liturgical memory to make their presence felt on a local level. Additional topics include forms of episodic lordly presences. Thus visits of members of the Habsburg dynasty in peripheral towns, princely journeys, joyeuses entrées, as well as the local recruitment of soldiers in wartime deserve a discussion as local events with specific local implications.

On a more general level, the conference provides an opportunity to discuss whether there was in fact anything characteristic to Habsburg local rule in different parts of the world. Did representatives of Habsburg rule in the Americas apply techniques of domination and of connecting center and periphery that had been developed in central and southern Europe? To what extent does it at all make sense to compare early colonial rule and methods of dominating peasant populations in Europe? Some participants will probably stress the incommensurability of experiences of lordship in the different Habsburg territories, but may nevertheless find it fruitful to initiate a comparative discussion of local domination.

Vorstudie "Königsfelden im Mittelalter. Forschungsprojekt aus Anlass der Stiftung und des Baus des Klosters Königsfelden vor 700 Jahren"

Februar 2010 bis Juni 2010

Project leadership and contacts / Projektleitung und Kontakte

Prof. Dr. Simon Teuscher (Project Leader) simon.teuscher@hist.uzh.ch

Summary/Zusammenfassung

The study was to come to terms with previous research and to sketch new approaches to the monastery's tradition of memory, the social history of its relationship to the region's nobility, and its administrative culture and use of writing. This preliminary investigations served to prepare and find funding for two major research projects (see link to external website), both of which all meanwhile under way.