3.2 Grossmünster

Das Grossmünster

Das Grossmünster mit seinen charakteristischen Doppeltürmen ist ein Wahrzeichen der Stadt Zürich.

Bau ab 1100

Der Bau der heute bestehenden Kirche wurde um 1100 begonnen und 1220/30 vollendet. Einen Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert brach man ab.

Das Grossmünster und seine Türme – Waldmann …

Die Türme waren ursprünglich nur wenig höher als der Dachfirst des Kirchenschiffes, der Karlsturm im Süden blieb deutlich kleiner. Kurz vor der Reformation wurden sie einander angeglichen und mit Nadelhelmen versehen. Hinter der Idee stand vielleicht Hans Waldmann, unter dessen Führung die Eidgenossen 1476 bei Murten Karl den Kühnen besiegt hatten. Gewiss brauchte eine einflussreiche Stadt auch ein gut gestaltetes bauliches Wahrzeichen!

… Breitinger

Nach einer Brandkatastrophe in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts überlegte man sich, ob vielleicht nicht auch nur ein Turm ausreiche. Professor Johann Jakob Breitinger überzeugte die Zeitgenossen davon, die Türme zu belassen. Sie seien nämlich

„die einzige Zierde der Stadt und der Kunst“.

Die Türme erhielten damals Aufstockungen und Turmhelme in neugotischem Stil.

Das Grossmünster: Ort eines Kultes und Ziel der Wallfahrt

Wie kein anderes Bauwerk in Zürich ist das Grossmünster Symbol für das Martyrium der Stadtheiligen Felix und Regula, wurde es doch an der mutmasslichen Grabstätte der Zürcher Stadtheiligen erbaut.
An einem verehrten Grab auf einem Friedhof aus spätrömischer Zeit entstand ein Kult und ein Wallfahrtsbetrieb. Nicht selten wurden kranke Menschen, die den Ort besuchten, dort gesund.

So berichtet der im ausgehenden 8. Jahrhundert entstandene Leidensbericht vom Martyrium der Heiligen Felix und Regula, es seien

„seit alters viele Blinde und Lahme zum Ruhm Gottes und zur Ehre der Heiligen geheilt worden: ubi ab antiquitate multi ceci et cludi ad gloriam Dei et sanctorum martyrum reverencia sanati sunt.“

Das Grossmünster und Karl der Grosse

Kaiser Karl der Grosse, dessen Sitzstatue am Südturm die Stadt zu beherrschen scheint, gilt als Gründer des Grossmünsters wie des Stifts.

Die Turmfigur ist 1933 durch eine Kopie ersetzt und früheres, ein Werk des 15. Jhs., in die Krypta verbracht worden, wo man es noch sehen kann.

Auf dem Zwingliplatz
Zum Felix- und Regula-Relief
  Betreten wir nun das Grossmünster!
Öffnen wir die von Otto Münch 1950 geschaffene Bronzetüre mit der Darstellung biblischer Geschichten.