Historisches Seminar

Unser Thema

Das Netzwerk integriert Forschungen über Katastrophen in historisch kulturvergleichender Perspektive. Es arbeitet interdisziplinär, kultur- und epochenübergreifend. Der geographische Raum, auf den sich die von den Mitgliedern des Netzwerkes betriebenen Studien beziehen, umfasst – bei einem deutlichen Schwerpunkt auf Europa – den islamischen Raum, China und die Philippinen. Der zeitliche Rahmen reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Vom Spektrum der Fallbeispiele her befassen sich die meisten Mitglieder des Netzwerkes mit Naturkatastrophen, genauer gesagt: mit Katastrophen, die im Zusammenhang mit Naturgefahren stehen. Teils stehen einzelne Katastrophentypen im Mittelpunkt (Erdbeben, Hangrutsche, Überschwemmungen, Hungerkrisen, Stadtbrände), teils sind die Forschungen mit ihrem jeweiligen geographischen Bezug oder ihrer systematischen Fragestellung – etwa zum Verhältnis von Klimawandel und Naturgefahren oder zum Verhältnis von Natur und Kultur – nicht auf einen einzelnen Typus von Katastrophen, sondern auf mehrere Typen und ihre häufige Koinzidenz gerichtet.

Das geographisch, historisch und von den Katastrophentypen her breite Spektrum an Einzelstudien soll über kulturell vergleichende Fragestellungen zusammengeführt werden. Katastrophen werden dabei nicht als rein physikalisches Geschehen betrachtet, das technische Lösungen erfordert, sondern in erster Linie als Ergebnis menschlichen Handelns. Bei allen Differenzen im Detail treffen sich aktuelle geographische, soziologische und anthropologische, gesellschafts- und kulturhistorische Forschungen zu Katastrophen, dass sie holistische Zugänge bevorzugen: “Disasters occur at the intersection of nature and culture and illustrate, often dramatically, the mutuality of each in the constitution of the other” (A. Oliver-Smith).

Naturkatastrophen sind nicht mit natürlichen Extremereignissen zu verwechseln, die gleichsam in Abwesenheit menschlicher Gesellschaften stattfinden können, sondern sind per definitionem schon gesellschaftsbezogen. Katastrophen und ihre Genese müssen daher im sozialen und politischen Kontext betrachtet werden. Sie sind stets eingebettet in die ökonomische und soziale Ordnung sowie in die politischen Strukturen der Gesellschaften, in denen sie sich ereignen.

Nordküste von Banda Aceh, vor und nach dem Tsunami

Kontakt

Dr. Franz Mauelshagen
Historisches Seminar
Karl Schmid-Str. 4
8006 Zürich
Tel.: +41 (0) 634 38 91

Dr. Gerrit Schenk
Historisches Institut, Abt. Mittlere Geschichte
Kepler Str. 17
70174 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 121-3445

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