Historisches Seminar – Prof. Dr. Bernd Roeck

Frühjahrssemester 2012

SE 2141: Herrschaftslegitimation in der Renaissance

Sforza Montefeltro


Bonifacio Bembo, Francesco Sforza (l., ca. 1460) bzw. Piero della Francesca, Federico da Montefeltro (r., 1469-1472)

Kurzbeschreibung:
Das Seminar möchte der Frage nachgehen, mit welchen Strategien und argumentativen Mustern "Herrschaft" im Zeitalter der Verdichtung frühmoderner Staatlichkeit legitimiert wurde. Dabei wird nach Legitimationsmustern traditionaler Herrschaft ebenso gefragt wie nach Modellen, derer sich Aufsteiger (wie Francesco Sforza oder Federico da Montefeltro) bedienten. Neben Schriftquellen werden auch performative Inszenierungen und Kunstwerke in die Analyse miteinbezogen.

Literatur (Auswahl):
Ronald G. Asch/Dagmar Freist (Hg.): Staatsbildung als kultureller Prozess. Strukturwandel und Legitimation von Herrschaft in der frühen Neuzeit, Köln 2005.
Stefan Brakensiek (Hg.): Ergebene Diener ihrer Herren? Herrschaftsvermittlung im alten Europa, Köln 2005.
Barbara Stollberg-Rilinger (Hg.), Was heißt Kulturgeschichte des Politischen?, Berlin 2005. Barbara Stollberg-Rilinger: Symbolische Kommunikation in der Vormoderne. Begriffe- Thesen – Forschungsperspektiven, in: Zeitschrift für Historische Forschung 31, 2004, S. 489-527.
Horst Dreitzel: Monarchiebegriffe in der Fürstengesellschaft, 2 Bde., Köln-Weimar 1991.
Allan Elenius (Hg.): Iconography, Propaganda, Legitimation, Oxford 1997.
Luise Schorn-Schütte/Sven Tode (Hg.): Debatten über die Legitimation von Herrschaft. Politische Sprachen in der frühen Neuzeit, Berlin 2006.
Wolfgang Weber: Prudentia gubernatoria. Studien zur Herrschaftslehre in der deutschen politischen Wissenschaft des 17. Jahrhunderts, Tübingen 1992.

KO 2170: Des Bankiers neue Kleider: Geldadel in der Renaissance

Cosimo Fugger


Jacopo Carucci, Cosimo de' Medici der Ältere (l., ca. 1518) bzw. Albrecht Dürer, Porträt des Jakob Fugger (r., ca. 1519)

Kurzbeschreibung:
Das Kolloquium erörtert anhand konkreter Fälle und theoretischer Modelle Formen der Selbstdarstellung und sozialer Strategien der europäischen Hochfinanz. Von Cosimo de' Medici bis Jakob Fugger, von Giovanni Ruccellai bis Jodok von Stockalper werden Habitus, Selbststilisierungen und Fremdeinschätzungen der Grossbankiers und -unternehmer untersucht, von denen nicht wenige erfolgreiche Anstrengungen unternahmen, in den Adel aufzusteigen.

Literatur (Auswahl):
Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt am Main 2008.
A.D. Fraser Jenkins: Cosimo de' Medici's Patronage of Architecture and the Theory of Magnificence, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 33, 1970, S. 162-170.
Pölnitz, Götz Freiherr von: Die Fugger, Tübingen 1999.
Robert Mandrou: Die Fugger als Grundbesitzer in Schwaben, 1560-1618. Eine Fallstudie sozioökonomischen Verhaltens am Ende des 16. Jh., Göttingen 1997.

VL 2186: Das Bild als Geschichtsquelle

Louis XIV


Hyacinthe Rigeaud, Portrait de Louis XIV (1701, Detail)

Kurzbeschreibung:
Bilder können, nicht anders als Texte und andere Artefakte, als historische Quellen gelesen werden. Sie enthalten Nachrichten aus der Welt ihrer Entstehung; sie haben Funktionen, zeitigen Wirkungen: Sie transportieren Glaubensbotschaften, sie wollen disziplinieren oder unterhalten. Manchmal lügen sie, wollen nicht zeigen, sondern verbergen, verschleiern, nicht enthüllen. So bedarf es kritischer Interpretation, will man sie für historische Erkenntnisse nutzen. Sie sind Accessoires eines Habitus und oft Wertobjekte. Sie haben damit auch eine ökonomische Dimension; ihre Entstehung ist immer mit intellektueller Arbeit und Handwerk verbunden; auch aus diesem Grund können sie zu Dokumenten der Wirtschafts- und Sozialgeschichte werden.
Die Vorlesung lotet Möglichkeiten und Grenzen der historischen Bildhermeneutik aus. Sie führt anhand zahlreicher Beispiele, die vor allem der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunst entnommen werden, Techniken der Bildinterpretation vor Augen, berichtet von wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhängen und diskutiert theoretische Positionen. Ausblicke führen das Thema bis in die Gegenwart. Besonderes Gewicht wird auf die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Bildern im Geschichtsunterricht gelegt.

Literatur (Auswahl):
Peter Burke: Augenzeugenschaft. Bilder als historische Quellen, Berlin 2003.
Bernd Roeck, Das historische Auge. Kunstwerke als Zeugen ihrer Zeit - von der Renaissance zur Revolution, Göttingen 2004.
Bernd Roeck: Visual turn? Kulturgeschichte und die Bilder, in: Geschichte und Gesellschaft 29 2003, S. 294-315.

KO 2196: Fortgeschrittenen-Kolloquium für Liz. / MA / Diss.

Lehrstühle Proff. Jörg Fisch und Bernd Roeck
Alle zwei Wochen, ab Mittwoch, 29. Februar 2012, jeweils von 18:15 Uhr bis 20:00 Uhr, Link zum VVZ

Weitere Informationen
Programm, Downloads, Vorschau, etc.
Dr. Stephan Sander

SE 2143: Seeherrschaft im Mittelmeer in der Renaissance

Dozent: Stephan Sander

Veronese Lepanto


Paolo Veronese, Allegoria della battaglia di Lepanto (1571, Detail)

Kurzbeschreibung:

Das frühneuzeitliche Mittelmeer, „le berceau de l’histoire“ (Abulafia), steht im Zentrum der Lehrveranstaltung, die sich mit Aspekten der Seeherrschaft und ihrer Ausübung in der frühen Neuzeit befasst. Die Leitfragen des Seminars sind nicht nur Fragen nach dem Einfluss der Großmächte; vielmehr stehen strukturelle Entwicklungen in Handel, Recht und Diplomatie im Vordergrund. Zusätzlich werden auch Fragen nach der Konzeption des Raumes der "Méditerranée" gestellt und einzelne Aspekte der Verknüpfung von See und Herrschaft in einem breiten, vergleichenden Rahmen diskutiert.
Schwerpunkte sind neben der politisch-diplomatischen Geschichte der Renaissance und ihrer bedeutenden Akteure (z.B. England, Frankreich, Kastilien, Aragon bzw. Spanien und das Osmanische Reich; Venedig und Genua; das Papsttum) aber auch deren Konsequenzen – sozialer und wirtschaftlicher Wandel im Mittelmeerraum.

Literatur (Auswahl):
David Abulafia (Hg.): La Méditerranée. Berceau de l’Histoire, Paris 2004.
Fernand Braudel: La Méditerranée et le monde méditerranéen à l’époque de Philippe II, Paris 1966.
Peregrine Horden/Nicholas Purcell: The Corrupting Sea. A Study of Mediterranean History, Oxford 2000.
Kenneth M. Setton: The Papacy and the Levant, Philadelphia 1976-1984.

KO 2160: Spanien und Lateinamerika in der Frühen Neuzeit. Kolonisation oder gegenseitige Befruchtung?

Dozent: Jose Caceres Mardones

Cortez Moctezuma


Anonymus, Das Aufeinandertreffen Cortés' und Moctezumas (zweite Hälfte 17. Jh.)

Kurzbeschreibung:

Das Kolloquium setzt sich mit dem kulturellen Austausch zwischen der Neuen Welt und Spanien in der frühen Neuzeit auseinander. Die "Übertragung" der spanischen Kultur auf Westindien war von Gewalt aller Art geprägt – Eroberung, Missionierung, "Reduktion" usw. Diese Transferprozesse ermöglichten eine "Kolonisation des Imaginären" (Serge Gruzinski). Die Einflüsse der einheimischen Kulturen auf Spanien lassen sich im Gegenteil nicht leicht aufspüren. Dennoch ist es nicht unmöglich, auch die andere Seite dieses kulturellen Austausches aufzuzeigen.
Das Kolloquium fragt nach der Art dieses Kulturtransfers: Auf welche Weise, über welche Personen, Gegenstände oder Dynamiken tauschen sich diese Kulturen aus? Welchen Bedingungen war dieser Austausch unterworfen? Die Lehrveranstaltung will auch die Wirkungen dieses Austausches untersuchen: Welche Formen nahmen die Ergebnisse dieses kulturellen Austausches an? Welche Reichweite hatte dieser Austausch?
Das Ziel des Kolloquiums liegt letztlich darin, die Frage zu beantworten, wie dieser kulturelle Austausch die Weltanschauung der Einheimischen und der SpanierInnen veränderte.

Literatur (Auswahl):
Serge Gruzinski: La colonisation de l'imaginaire. Sociétés indigènes et occidentalisation dans le Mexique espagnol, XVIe-XVIIIe siècle, Paris 1988.
Peter Burke: Kultureller Austausch, Frankfurt am Main 2000.

SE 2141: Herrschaftslegitimation in der Renaissance

ab Mittwoch, 22. Februar 2012, jeweils von 16:15 bis 18:00 Uhr, KO2-F-153

Nina Astfalck (Tutorin)Link zum VVZ

KO 2170: Des Bankiers neue Kleider: Geldadel in der Renaissance

ab Dienstag, 21. Februar 2012, jeweils von 16:15 bis 18:00 Uhr, KOL-H-320

Link zum VVZ

VL 2186: Das Bild als Geschichtsquelle

ab Dienstag, 21. Februar 2012, jeweils von 14:00 bis 15:45 Uhr, KOL-F-104

Simona Skrout (Tutorin)Link zum VVZ

KO 2196: Fortgeschrittenen-Kolloquium, Proff. Jörg Fisch und Bernd Roeck

ab Mittwoch, 29. Februar 2012, jeweils von 18:15 bis 20:00 Uhr, KO2-F-156

Termine, weitere InformationenDr. Stephan Sander

VL 2089: Einführungsvorlesung (Ringvorlesung)

Prof. Roeck am 4. April, 8:15 bis 9:45 Uhr, SOD-1-102

Link zum VVZ

SE 2143: Seeherrschaft im Mittelmeer in der Renaissance

Dozent: Dr. Stephan Sander
ab Donnerstag, 23. Februar 2012, 16:15 bis 18:00 Uhr, SOE-F-9

Dr. Stephan SanderTamara Weibel (Tutorin)Link zum VVZ

KO 2160: Spanien und Lateinamerika in der Frühen Neuzeit. Kolonisation oder gegenseitige Befruchtung?

ab Mittwoch, 22. Februar 2012, jeweils von 14:00 bis 15:45 Uhr, HAH-E-10

Jose Caceres MardonesLink zum VVZ
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