Historisches Seminar – Prof. Dr. Francisca Loetz

Prof. Dr. F. Loetz

Veranstaltungen im Frühjahrssemester 2012

Seminar (BA/MA/Liz), Dienstag 14.00-15.45h: Napoleons Ägyptenexpedition: Globale Perspektiven

1798 unternahm Napoleon in Ägypten einen Feldzug, der die britische Vormachtstellung im Mittelmeerraum beenden sollte. Der Feldzug hatte jedoch nicht nur militärische Ziele. Im Gefolge Napoleons befanden sich zahlreiche Gelehrte, die Ägypten in Texten und Bildern wissenschaftlich erfassen und beschreiben sollten. Ihre Erkenntnisse wurden in der „Déscription de l´Egypte“, eines der grossen Expeditionsverzeichnisse der Zeit, publiziert. Im Sinne einer Verflechtungsgeschichte wird es im Seminar darum gehen, nach konkreten Transfers sowie nach gegenseitigen Wahrnehmungen französischer und ägyptischer Gelehrter zu fragen. Dabei wird die „Déscription“ in ihrer ägyptischen bzw. arabischen und in ihrer europäischen historiographischen Tradition sowie Rezeption zu verorten sein.
Das Seminar wird gemeinsam mit der Islamwissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Dennerlein abgehalten und steht auch Studierenden der Islamwissenschaft offen. Für Studierende der Geschichte gelten die curricularen Bestimmungen des Historischen Seminars. Die Quellen werden für den historischen Teil auf französisch und englisch gelesen. Den islamwissenschaftlichen Teil erbringen die Studierenden der Islamwissenschaften mit ihren spezifischen Sprachkenntnissen.

Bitte melden Sie sich auch mit dem Kontaktformular in OLAT an. Besten Dank.

Kolloquium (BA/MA/Liz), Dienstag 16.15-18.00h: Zwischen Anthropologisierung und Historisierung: Gewalt in der europäischen Neuzeit

Gewaltbereitschaft und Gewaltausübung gelten vielfach als eine universale, ahistorische Eigenschaft des (männlichen) Menschen. Diese Vorstellung hat die Geschichtswissenschaft lange ungefragt stehen lassen. Bis in die 1990er Jahre hat sie Gewalt zu demographischen, wirtschaftlichen, religiösen oder ereignispolitischen Faktoren geschichtlicher Entwicklung abstrahiert, wenn sie etwa Kriege, Königsmorde, Pogrome oder Massaker untersuchte. Erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts der Weltkriege begann sich die historische Forschung mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Bedeutung Gewalt als eine Form sozialen Handelns von Individuen zukommt. Die neuere Kriminalitätsgeschichte stellt dabei biologistische Sichtweisen auf die Gewalt wie auch die Reduktion der Geschichte der Gewalt zu einer Geschichte von Strukturverhältnissen in Frage. Aufgabe des Kolloquiums wird es daher sein zu erarbeiten, wie interpersonelle Gewalt überhaupt zu konzeptionalisieren ist, wie sich die Formen interpersoneller Gewalt im Laufe der Frühen Neuzeit und Sattelzeit änderten und wie diese Gewalt jeweils gesellschaftlich wahrgenommen wurde.

Bitte melden Sie sich auch mit dem Kontaktformular in OLAT an. Besten Dank.

Kolloquium für Magistrierende, Lizenzierende, Doktorierende, Mittwoch 16.15-18.00h

top
Mobile Ansicht | Klassische Ansicht