Wissensgeschichte
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Kepler präsentierte seinen astronomischen Traum vom Mond als literarische Vision, Kindermann versuchte, auch ausseridischen Kreaturen den Zugang zum Paradies zu ermöglichen: Die Weltbilder der Naturforschenden in der FNZ waren noch nicht säkularisiert. Die Kosmos-Vorstellungen waren Konglomerate aus neuen Methoden des Gewinns und der Legitimation von Wissen – etwa Experimenten oder Empirischer Denkweise – mit religiösen und magischen Vorstellungen.
Heute richtet sich das Interesse der Naturwissenschaften auf einen materiellen Weltraum, während sich Theologie oder Philosophie mit Fragen nach sichtbaren oder unsichtbaren Welten oder Vorstellungen von Diesseits und Jenseits beschäftigen können.
Die scharfe Trennung zwischen einem säkularisierten, materiellen Welt-Bild und religiösen Weltvorstellungen sind in unserer westlichen Kultur akzeptiert – was nicht heissen muss, dass dies auch künftig gelten wird. Wissensgeschichte bedeutet das Bewusstmachen von Welt-Bildern und Weltbildern, die ihrerseits aus qualitativ unterschiedlichen Räumen bestehen. Die Vorstellungen um die Ordnung und Beschaffenheit des Universums ändern sich, und mit ihnen die ihnen zugrunde liegenden wissenschaftlichen Dogmen und auf ihnen aufbauenden Disziplinen.
Bildnachweis: Eberhard Christian Kindermann: Vollständige Astronomie, oder: Sonderbare Betrachtungen derer vornehmsten an dem Firmament befindlichen Planeten und Sternen, so wohl ihren Nahmen, Bedeutung [...] / Eberhard Christian Kindermann Rudolstadt : bey Wolffgang Deer, 1744-1747. “Miracloscopium”: Tab XVIII, S. [336], aus: http://www.e-rara.ch/zut/content/pageview/652165.

