Historisches Seminar – Prof. Dr. Gesine Krüger

Frühjahrssemester 2012

Prof. Dr. Gesine Krüger

Seminar: Monumente, Gedenkfeiern, Erinnerung. Vom Umgang mit Geschichte

Mittwoch, 10.15 - 11.45 Uhr

Monumente, Gedenkfeiern und historische Erinnerungsakte sind angesiedelt
zwischen den Geschichtswissenschaften mit ihren unterschiedlichen
Forschungs- und Erkenntnisinteressen einerseits und einer
kommerzialisierten Geschichtsindustrie, bei der Geschichte als Ware
dient andererseits. Im Seminar befassen wir uns anhand ausgewählter
Feste und Denkmäler mit Fragen des Geschichtsbewusstseins sowie mit
Theorien zu Gedächtnis und Erinnerung, zum Monument und zu Festen.
Historische Monumente und Feiern sind in diesem Kontext Knotenpunkte
einer Geschichtspraxis, bei der sich öffentliche Formen des Gedenkens,
also Formen des nationalen oder gesellschaftlichen Gedächtnis', mit
privaten und biografischen Erinnerungspraktiken kreuzen. Beispiele für
Präsentationen und schriftliche Arbeiten können entsprechend der
jeweiligen Sprachkenntnis aus allen Ländern gewählt werden.

Literaturhinweis: Aleida Assmann: Der lange Schatten der
Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, München 2006

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Kolloquium: Tierrecht - Menschrecht

Dienstag, 10.15 - 12.00 Uhr

Während immer mehr Menschen in den westlichen Gesellschaften öffentlich zu Vegetariern werden oder zumindest Menschenrechte für die grossen Affen fordern, boomt die industrielle Fleischproduktion im Verborgenen und Tierversuche werden weiterhin durchgeführt. Allerdings werden Laborratten umfänglicher als jedes Haustier geschützt, und das Schwein wird trotz seiner überragenden Intelligenz gegessen, während ein Goldhamster mit Spielzeug und Spezialfutter verwöhnt wird. Unser Verhältnis zu Tieren ist ambivalent, widersprüchlich und emotional. Wie hat sich das Mensch-Tier-Verhältnis historisch verändert und warum? Im Kolloquium findet eine Einführung in die inzwischen breite Diskussion zu Animal Studies statt, es werden Fragen der Tier- und Menschenrechte diskutiert sowie Versuche, eine neue Ethik zu begründen.

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Doktorierendenseminar

Donnerstag, 14.00 - 15.45 Uhr

LIZ/Master /Doktorandinnen Kolloquim

 Ab Mittwoch, 29.2. 2012, alle 14 Tage

18.15. - 20.00 Uhr

PD Dr. Kirsten Rüther

Seminar: Historische Forschungen zu Familie und Verwandtschaft in der Geschichte Afrikas

Dienstag, 10.15 - 12.00 Uhr

Das Thema Verwandtschaft und Familie ist ein „Dauerbrenner“ in der Ethnologie. In jüngerer Zeit etabliert sich jedoch auch eine explizit historische Forschung zu dem Thema. Sie fragt nach dem Zusammenhang zwischen Familienformation und kolonialer Expansion oder thematisiert die Bedeutung von Familie in post-emanzipierten Sklavengesellschaften. Zwischen dem so genannten Brautpreis und einer sich wandelnden Wirtschaftsweise werden Zusammenhänge aufgespürt. Vererbungspraktiken und Vaterschaftsanerkennungen werden unter die Lupe genommen. Außerdem wird die für die afrikanische Geschichte so wichtige lebensgeschichtliche Forschung ausgeweitet und Individuen werden in ihren sozialen Beziehungen verortet. Solchen und ähnlichen Themen soll im Seminar fallspezifisch nachgespürt werden.

Lektüreempfehlung: Julia Clancy-Smith and Frances Gouda (ed.), Domesticating the Empire: Race, Gender, and Family Life in French and Dutch Colonialism. Charlottesville 1998.

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Dr. David Hesse

BA Seminar: Gefeierte Nation: Erinnerung, Re-enactment, Festival

Montag, 14.00 . 15.45 Uhr

Was hält nationale Gemeinschaften zusammen? Wie wird das Wissen um Gemeinschaft durch die Geschichte transportiert? Die Lehrveranstaltung befasst sich mit Nationalfeiertagen, Gedenkanlässen, Folklore-Festivals sowie der Praxis des Historical Re-enactment, also des Nachspielens von Geschichte in der Gegenwart. Das Fest ist ein zentraler Bestandteil jeder nationalen Erinnerungskultur. Im Feiern der Nation vergewissert sich die “imaginierte Gemeinschaft” (Benedict Anderson) ihrer selbst, wird sichtbar, gegen innen und nach aussen. In der ersten Semesterhälfte gehen wir das Thema in vier Fallstudien an: Schweiz, Russland, Deutschland und Kosovo. Hier stellen sich Fragen der Konstruktion (wie “erfunden” sind die Gemeinschaften und ihre Traditionen?), Selektion (welche Geschichtsmomente taugen zur feierlichen Erinnerung?), Mythos (was ist ein Mythomotor?) sowie der Instrumentalisierung von Geschichte (wer starb für welches Vaterland?). In der zweiten Semesterhälfte wenden wir uns dem Re-enactment zu: Die theatrale Reproduktion von Geschichte und Geschichtsmythen in der Gegenwart ist ein hochaktuelles Phänomen. Hier betreten wir das Themenfeld von Öffentlicher Geschichte, Nostalgie, Memory Boom, Heritage und Kommerzialisierung. In der Semestermitte befassen wir uns überdies mit der Forschungspraxis: Wie können Historiker Fest und Re-enactment erforschen? Welche Methoden bieten sich an?

Lektüre Erste Sitzung: Allred, Randal. 'Catharsis, Revision, and Re-enactment. Negotiating the Meaning of the American Civil War.' Journal of American Culture 19:4 (Winter 1996): 1-13.

Einführung (20.02.), Festkultur und Nation (27.2.), Fallstudien Schweiz, Russland, Deutschland, Kosovo (5.3.-26.3.), Debatten und Kontroversen (2.4.), Forschungspraxis (23.4.), Historical Re-enactment als Erinnerungskultur (30.4.-14.5.), Ende (21.5.)

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