Materialien, Techniken und Wissensbestände der weltlichen Administrationskultur im mittelalterlichen Europa (1150–1450)
Projektleitung
Prof. Dr. Simon Teuscher
Mitarbeiter
Dr. Kerstin Seidel
lic. phil. Daniel Bitterli
lic. phil. Isabelle Schürch
Christoph Stätzler
Zeitraum
Beginn: 01. April 2006
Ende: 31. März 2010
Beschreibung
Aktuelle gesellschaftspolitische Debatten über Wissensgesellschaft und Expertenherrschaft werfen neue Fragen zu den historischen Prozessen auf, durch die sich moderne westliche Formen der Staatlichkeit konstituierten. Grundlegend für diese Prozesse waren erste Schübe des Ausbaus der Verwaltungsapparate zwischen dem 12. und dem frühen 15. Jahrhundert. Diese Entwicklungen sind unter macht- und institutionengeschichtlichen Gesichtspunkten gut erforscht. Das Projekt verfolgt die Zielsetzung, mit der Verwaltungsexpansion verbundene Veränderungen administrativer Arbeits- und Kulturtechniken zu erforschen. Um immer komplexer werdende Geflechte aus Normen hervorzubringen, zu kommunizieren und durchzusetzen, griff ein zunehmend spezialisiertes Verwaltungspersonal auf neue Wissensbestände, Formen des Mediengebrauchs und der Informationsverarbeitung zurück. Das Projekt untersucht diese Innovationen und fragt, wie sich diese auf das Ordnungsverständnis und die Handlungsspielräume der weltlichen Herrschaftsorganisation auswirkte.

