Historisches Seminar – Prof. Dr. Sebastian Scholz

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Prof. Dr.  Sebastian  Scholz

Tel.: +41 (0)44 634 38 54
sebastian.scholz@hist.uzh.ch

Curriculum vitae

Seit Herbstsemester 2007 ist Sebastian Scholz Professor für Geschichte des Mittelalters am Historischen Seminar der Universität Zürich. Geboren wurde er 1962 in Münster (Westfalen), Von 1982-1988 studierte er Geschichte und Latein (Lehramt) an den Universitäten Münster und Köln und promovierte 1991 in Köln mit einer Dissertation zum Thema „Transmigration und Translation. Studien zum Bistumswechsel der Bischöfe von der Spätantike bis zum Hohen Mittelalter“. 2003 erfolgte die Habilitation an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Die Publikation seiner Habilitation erfolgte 2006 unter dem Titel „Politik – Selbstverständnis – Selbstdarstellung. Die Päpste in karolingischer und ottonischer Zeit“. Von 1990 bis 2007 war Sebastian Scholz wissenschaftlicher Angestellter bei der Inschriftenkommission der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz, wo er die Inschriftenbände für den Landkreis Bergstraße (1994), die Stadt Darmstadt und die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau (1999) sowie den Odenwaldkreis (2005) bearbeitete.

Sebastian Scholz arbeitet zur Zeit an einer groß angelegte Darstellung der Armut im frühen Mittelalter, die neben erzählenden Quellen und Texten des kirchlichen und weltlichen Rechts auch Predigten, Gedichte und inschriftliche Texte auswertet. Die erweiterte Quellenbasis ermöglicht vor allem einen neuen Blick auf die Wahrnehmung der Armut aus der Sicht von König, Adel und Kirche. Dabei zeigt sich, wie die christliche Forderung der Armenfürsorge das Selbstverständnis des Adels und der Bischöfe geprägt hat und wie sich dieses Selbstverständnis in karolingischer Zeit gegenüber demjenigen in der Merowingerzeit verändert hat.

Ebenfalls in Arbeit ist eine Darstellung des fränkischen Reiches unter der Herrschaft der Merowinger. Das Buch ist als eine allgemeine Einführung in die Geschichte der Merowingerzeit gedacht. Mit einem stark quellenorientierten Ansatz, der die Kirchen-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte stärker als bisher berücksichtigt, soll diese Epoche vor allem Studierenden näher gebracht werden.

Weiters erarbeitet er den Inschriftenband „Die Inschriften des Landkreises Hersfeld-Rotenburg“ im Rahmen des interakademischen Projekts „Die Deutschen Inschriften“. Es handelt sich dabei um eine kommentierte Textedition, die lateinische wie volkssprachliche Inschriften vom 8. bis zum 17. Jahrhundert umfaßt. Ein wichtiger Standort für Inschriften ist in diesem Zusammenhang das alte Reichskloster Hersfeld in Hessen. Neben zahlreichen Inschriften zum Totengedenken enthält der Band vor allem Gedenk-, Bau- und Glockeninschriften.

Ein weiterer von Sebastian Scholz’ Arbeitsschwerpunkten ist die Erforschung des früh- und hochmittelalterlichen Papsttums. Zur Zeit bereitet er eine Publikation zu den ökonomischen Grundlagen der Päpste in der Mitte des 8. Jahrhunderts und der Enteignung der römischen Ländereien in Süditalien und Sizilien durch den byzantinischen Kaiser vor.

Im Rahmen der Beschäftigung mit dem Themenkreis des Totengedenkens arbeitet Sebastian Scholz an einem Beitrag über „Grabmäler von Laien als Zeugnisse der Memorialkultur“, in dem das Spannungsverhältnis zwischen kanonischen Vorschriften zur Bestattung in der Kirche und den realen Gegebenheiten im Spätmittelalter analysiert wird. Darüber hinaus untersucht er die über das reine Totengedenken weit hinausreichenden verschiedenen Funktionen der Grabdenkmäler von Adeligen und Bürgern. Anhand inschriftlicher Texte und bildlicher Darstellungen erörtert er zudem die Bedeutung des Medienwechsels für bestimmte Aussagen.

 

 

 

 

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