Historisches Seminar

Lizenziatsprüfungen Prof. Dr. Christian Marek

Teilprüfung Alte Geschichte für Studierende des Faches: Allgemeine Geschichte

1. Prüfungsanmeldung
2. Mündliche Prüfung (30 Minuten) im Bereich Altertum
3. Klausur
4. Hausarbeit
5. Termine
6. Zum Schluss

1. Prüfungsanmeldung

Eine persönliche Prüfungsanmeldung mit Vorlage der blauen Karte [vollständiger Eintrag aller erforderlichen Studienleistungen] ist notwendig. Seminare und Kolloquien, die bei Lehrbeauftragten besucht wurden, können ohne weiteres angerechnet werden. Ansonsten gilt der in der Wegleitung formulierte Grundsatz: Mindestens ein Seminar oder Kolloquium muss bei mir absolviert worden sein.

Folgende Prüfungsvarianten sind möglich:

2. Mündliche Prüfung (30 Minuten) im Bereich Altertum

2.1. Allgemeines

Es wird erwartet, dass Kandidatinnen und Kandidaten auf der Basis ihrer im Studium erworbenen Grundkenntnisse über die Geschichte des Altertums (Griechische und Römische Geschichte) und die Methodik zu deren Erforschung vertiefte Kenntnisse zu ausgewählten Themen auf wissenschaftlichem Niveau in freiem Gespräch präzise darlegen können.

Wissenschaftliches Niveau bedeutet primo loco Quellenkenntnis, insbesondere die Fähigkeit, die jeweilige Thematik von der Quellenlage her zu erfassen und zu begreifen sowie von daher die Möglichkeiten und Grenzen von Fragestellungen zu beurteilen.

Um den Anforderungen zu genügen sind ausreichende Sprachkenntnisse Voraussetzung (s. Wegleitung für das Geschichtsstudium an der Universität Zürich, 32. Aufl. 2000 S. 15-17). Kurze Quellentexte [mit Übersetzung], auch Abbildungen von nichtschriftlichen Quellen, können in der Prüfung vorgelegt werden.

2.2. Themenwahl

Der Prüfling bestimmt zwei Themen seiner Wahl aus dem Gesamtgebiet der Griechisch-Römischen Geschichte, Erstreckungsbereich: von der Mykenischen Epoche in der 2. Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. bis Justinian, Mitte 6. Jh. n. Chr. Die Einschränkung "Griechisch-Römisch" bezieht sich insbesondere auf die Quellenlage im Hinblick auf die schriftlich überlieferten Quellen. Nicht geprüft werden Themen, die sich über Quellen in Sprachen des Alten Orients (z.B. Akkadisch, Assyrisch, Hethitisch, Altpersisch etc.) oder epichorische Sprachen der griechisch-römischen Welt (z.B. Aramäisch, Hebräisch, Demotisch) erschliessen, desgleichen Themen zur Geschichte ausserhalb des Kulturbereichs der antiken Mittelmeerwelt und des Vorderen Orients (z.B. das alte China, Induskulturen etc.)!

Eine Themenwahl kann sich an bei mir besuchten Lehrveranstaltungen, Seminaren, Kolloquien und Vorlesungen, orientieren. Themen sollten dem Umfang nach etwa dem Stoffgebiet einer Lehrveranstaltung entsprechen. Zu eng gefasst wäre beispielsweise ein Thema wie: "Die Datierung des zweiten römisch-punischen Vertrages", zu weit gefasst etwa: "Die Spätantike". Ich gebe nachfolgend eine kurze Liste von Themenbeispielen geeigneten Umfangs:

Die vorzuschlagenden beiden Themen müssen deutlich voneinander verschieden sein, dürfen sich nicht überschneiden oder überlappen. Das gilt in thematischer, nicht in chronologischer Hinsicht.

Beispiel: Thema 1 "Cicero und die römische Innenpolitik" - Thema 2 "die hellenistische Staatenwelt vom Aristonikoskrieg bis zur Schlacht bei Actium" sind z.T. zeitgleich, aber thematisch hinreichend verschieden. Dagegen wären Thema 1 "politische Partizipation im klassischen Athen" und Thema 2 "politische Partizipation in der klassischen römischen Republik" zwei zeitlich auseinanderliegende, auch in der Sache durchaus verschiedene, aber thematisch zu eng verwandte Gebiete; man sollte seine Auswahl nicht nur auf das Gebiet 'Staatsrecht' beschränken. Desgleichen wären unter sozialhistorischem Aspekt mit zwei Themen wie: "Die Sklaverei im archaischen Griechenland" nebst "Das Colonat in der römischen Kaiserzeit" zwei sowohl zeitlich wie in der Sache verschiedene Gegenstände angegeben, aber auch hier läge nur ein thematischer Schwerpunkt 'Formen der Unfreiheit in der antiken Gesellschaft' zugrunde.

Kandidatinnen und Kandidaten können eines der beiden Themen zum Schwerpunktthema erklären. Auf dieses Thema 1 wird der grössere Teil der Prüfungszeit verwandt. Die Intensität der Vorbereitung sollte dementsprechend im Verhältnis zu Thema 2 etwa 2/3 zu 1/3 betragen.

Die Themenwahl ist mit mir abzusprechen und von mir zu genehmigen, bevor eine intensive Vorbereitung der Themen für die Prüfung in Angriff genommen wird.

2.3. Literaturlisten

Vor der Prüfung sind Literaturlisten abzugeben, die Werke aufführen, mit deren Lektüre der Prüfling tiefer in das jeweilige Thema eingedrungen ist. Die Benutzung von Handbüchern, Lexika, Bibliographien, Einführungen, Überblicksdarstellungen, Forschungsberichten wird als grundlegender Teil der Vorbereitung vorausgesetzt. Titel derartiger Werke gehören nicht auf die Liste!

Beispiel: Für das Thema "Athenische Demokratie im 5. und 4. Jh." ist die Angabe des Werkes von Jochen Bleicken, Die athenische Demokratie (1995), für das Thema "die Verfassung der römischen Republik" die Angabe des Werkes von Karl Christ, Die Römer. Eine Einführung in ihre Geschichte und Zivilisation (1994) entbehrlich.

Seminarteilnehmer erhalten regelmässig eine umfangreiche Bibliographie zur Einführung in alle Grundwissenschaften und Teilbereiche der Alten Geschichte. Unser Team bemüht sich um regelmässige 'Updates' dieser Bibliographie. Prüflinge, die nicht über die neueste Version bereits verfügen, können diese von der Homepage der Alten Geschichte herunterladen (Bibliographie).

Auswahlkriterium für eine Literaturangabe auf den vorzulegenden Listen ist in erster Linie, ob der Autor oder die Autorin des Werkes eine Untersuchung an den Quellen führt, die mit präzisen Belegen in den Anmerkungen jederzeit nachprüfbar ist.

Für das Thema 1 (Schwerpunktthema) genügen 8-10 Titel auf der Liste, für das Thema 2 sind es 5-7 Titel.

2.4. Quellenangabe

Es ist möglich (und empfehlenswert) zusätzlich eine Quelle anzugeben, deren Interpretation geeignet ist, auf zentrale Aspekte der Thematik einzugehen. Das kann in der Regel ein Textausschnitt von 1/2 bis (höchstens) 1 DIN A-4 Seite Länge sein, in Frage kommen daneben auch Abbildungen von Vasendarstellungen, Plastik, Architektur etc. Textvorlagen können in deutscher Übersetzung, mit genauer Stellenangabe nach der gängigen Buch- und Kapiteleinteilung des Originalwerkes, zusammen mit den Literaturlisten bei mir eingereicht werden. Handelt es sich um eine lateinische Quelle, wird Vertrautheit mit dem Originaltext vorausgesetzt (nicht bei Quellen in griechischer Sprache).

3. Klausur

Abweichend von den obigen Ausführungen und über sie hinaus gilt folgendes: Kandidatinnen und Kandidaten wählen zusätzlich zu den beiden mündlichen Prüfungsthemen ein Thema aus. Die Aufgabenstellung der Klausur wird von mir in der Regel als Frage zum Kernbereich dieses Themas formuliert werden.

Es kommt darauf an, in der zur Verfügung stehenden Zeit eine korrekte, vollständige und gedanklich klar gegliederte Darlegung zur Beantwortung der Frage bzw. Erfüllung der Aufgabe niederzuschreiben. Als Leitfaden dient das klassische Gliederungsschema: Einleitung mit Fragestellung, Quellenlage (!) und Forschungsstand, Hauptteil mit Ausführung der Teilaspekte, Zusammenfassung der Ergebnisse. Auf eine sprachlich einwandfreie Form wird grösster Wert gelegt. Leserliche Handschrift ist eine Selbstverständlichkeit.

Eine Literaturliste zum Klausurthema umfasst in der Regel 5-7 Titel.

4. Hausarbeit

Gewählt wird zusätzlich zu den mündlichen Prüfungsthemen ein Thema, die Aufgabenstellung zu ihm erfolgt wie o.a. (Abs. 3).

Die Aufgabe soll in Form einer wissenschaftlichen Untersuchung gelöst werden. Anders als bei der Klausur sind Anmerkungsapparat und Literaturverzeichnis notwendige Bestandteile der Arbeit. Im übrigen gilt das gesagte. Eine Literaturliste zum Thema der Hausarbeit umfasst 8-10 Titel.

5. Termine

Die Literaturlisten für die mündlichen Prüfungen müssen mir bis spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin vorliegen.

Die Listen für die schriftlichen Prüfungsteile müssen erheblich früher abgegeben werden, damit die Aufgabenstellung rechtzeitig an das Dekanat gemeldet werden kann: Für die Prüfungen im Frühjahrssemester ist Abgabeschluss der 7. Dezember und für diejenigen im Herbstsemester der 1. Juli.

Listen können brieflich, per E-Mail (bor@hist.uzh.ch) an das Sekretariat oder persönlich auf einem der Büros (Sekretariat, Assistenten) zugestellt werden.

Bitte sehen Sie von Anfragen, ob alles in Ordnung sei, ab! Wir melden uns umgehend, wenn es etwas zu beanstanden gibt.

Folgende Angaben gehören auf die Literaturliste:

- Name, volle Anschrift, Telefonnummer, E-Mail.

- Angaben zur Prüfung: Herbst-/Frühjahrssemester, Name des Prüfenden, Art der Prüfung (mündliche Prüfung, Klausur oder Hausarbeit)

6. Zum Schluss

Lassen Sie sich nicht durch Gerüchte und Hörensagen in Angst versetzen!

Zur Klärung jeder noch anstehenden Frage stehe ich Ihnen zur Verfügung. Haben Sie Mut, bei der Themenwahl Ihren Interessen mehr Gewicht zu geben als der Einschätzung, was leicht und schnell zu bewältigen sei. Vermeiden Sie es, in hektische Bestandsaufnahme grösstmöglicher Literaturmengen zu verfallen und orientierungslos zu werden. Teilen Sie sich stattdessen Ihre für die Prüfung Altertum zur Verfügung stehende Vorbereitungszeit in Phasen ein (z.B: 1. Einführung in das Thema und sein Umfeld mit Hilfe der Handbücher, Gesamtdastellungen etc.; 2. Vertiefung, Lektüre von Forschungsbeiträgen und Quellen; 3. Auswertung, Erstellung eines Konzepts für die Prüfung, etwa in Form eines schriftlichen Grundrisses der Thematik aus eigener Sicht, der Gedächtnisstütze und Leitfaden zugleich ist). Lesen Sie, insbesondere in Phase 2, langsam und genau. Machen Sie sofort Halt, wenn Sie Fachbegriffe nicht verstehen und sich über Realia im Unklaren sind (was ist ein eponymer Beamter, wo befindet sich die Perrhaibia, was versteht man unter einem Periplus? usw.) benutzen Sie Lexika, Kommentare, Handbücher zu den Grundwissenschaften! Ein Absatz, aus dem Sie alles verstanden haben, führt Sie weiter, als die oberflächliche Lektüre eines ganzen Kapitels. Am besten arbeitet man so in einer wissenschaftlichen Präsenzbibliothek.

Bleibt mir und meinem Team, Ihnen viel Freude und Erfolg zu wünschen!

Prof. Dr. Christian Marek.

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