Historisches Seminar

Aktuelles Lehrangebot

FS 2012

Sozialgeschichte der römischen Republik

Seminar
Mittwoch, 14:00-15:45 Uhr
KO2-D-54

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Leonhard Burckhardt

Inhalt

Sozialgeschichte ist in der aktuellen Forschungslandschaft ein Begriff mit vielen Dimensionen. Es kann in einer eher traditionellen Sichtweise darunter die Entstehung und Entwicklung einer geschichteten Gesellschaft verstanden werden, in einer historisch-anthropologischen Optik der Umgang mit menschlichen Grundphänomenen (Geburt, Heirat, Ehe, politische Gruppenbildung u.a.) durch verschiedene Angehörige einer Gesellschaft, in einer kulturgeschichtlichen Perspektive die Konstituierung gesellschaftlicher Gruppen durch Werte, Erinnerungen, Traditionen und Erfahrungen, die Beziehungen und Kommunikationsformen dieser Gruppen untereinander sowie deren Einbindung in einen allgemeinen Kontext. Diese und weitere Ansätze, die sich untereinander auch überschneiden, haben die neuere Forschung auch in der Alten Geschichte sehr befruchtet. Die römische Republik gilt als gesellschaftlich extrem hierarchisch aufgebaut: Die führende Elite war zumindest in der späten Republik nachgeordneten Schichten politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell weit überlegen und versuchte lange erfolgreich durch adäquate Machtstrategien und Kommunikationsmechanismen diesen Vorsprung zu wahren. In Spannung dazu steht, dass sich die Römer als ein Volk, ein populus, verstanden, das durch allen Bürgern gemeinsame Erfahrungen, Werte und Verhaltensweisen besser und mächtiger wurde als konkurrierende Mächte und diesem Umstand eine international beherrschende Stellung verdankte. Im Seminar soll versucht werden, obige Ansätze auf das Beispiel der römischen Republik anzuwenden.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Geza Alföldy. Römische Sozialgeschichte. 3. Aufl. Wiesbaden 1994. Karl Christ. Grundfragen der römischen Sozialstruktur. in: Werner Eck/ Hartmut Galsterer/ Hartmut Wolff (Hgg.). Studien zur antiken Sozialgeschichte. Festschrift Friedrich Vittinghoff. Köln/ Wien 1980. S. 197-228.

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