Im Jahr 2006 haben Ausgrabungen in der römischen Stadt Pompeiopolis im Norden der Türkei unter der Leitung von PD Dr. Lâtife Summerer von der Universität München begonnen. Als Mitglied des Ausgrabungsteams hat Prof. Christian Marek für die kommenden Jahre die Auswertung und Publikation der Inschriftenfunde übernommen.
Die auf drei Jahre angelegte epigraphische Feldforschung ist in zwei Arbeitsgebiete geteilt. Zum einen werden alle bei den Grabungen gefundenen Inschriften aufgenommen, zum anderen sind Surveys im Territorium der Stadt geplant. Die erste epigraphische Forschungskampagne konnte im Herbst 2008 erfolgreich durchgeführt werden.
Pompeiopolis wurde 64 v. Chr. von Pompeius gegründet und ist damit als eine der seltenen römischen Polisgründungen im Osten (neben den häufigeren coloniae) für Historiker von besonderem Interesse. Weniger als 100 Inschriften sind aus der Stadt bisher bekannt und auch in der antiken Literatur wird Pompeiopolis nur selten genannt (Strabo 12, 3, 40 ff.). Im 19. und 20. Jh. wurde die Stätte von einigen voyageurs besucht, die wertvolle Beschreibungen von zum Teil heute zerstörten antiken Denkmälern überliefert haben. Christian Marek hat in den 80er- und 90er-Jahren mehrere epigraphische Surveys im Territorium der Stadt durchgeführt und einen Katalog der Inschriften in seinem Buch "Stadt, Ära and Territorium in Pontus-Bithynia und Nord-Galatia, Tübingen 1993" publiziert. Bereits die ersten drei Grabungssaisonen in den Jahren 2006-2008 konnten wichtige neue Inschriftenfunde hinzufügen.
Für weitere Informationen:
Homepage des Pompeiopolis-Projektes am Institut für Klassische Archäologie, Ludwig-Maximilians-Universität München.
Erste Vorberichte:
Chr. Marek, Zur Epigraphik von Pompeiopolis: Eine Zwischenbilanz
U. Kunnert, Archäologische Funde und Befunde in den Territorien von Pompeiopolis und Abonuteichos-Ionopolis im Rahmen der epigraphischen Surveys
Neu erschienen:
L. Summerer (Hg.), Pompeiopolis I. Eine Zwischenbilanz aus der Metropole Paphlagoniens nach fünf Kampagnen (2006-2010), Schriften des Zentrums für Archäologie und Kulturgeschichte des Schwarzmeerraumes 21, Langenweissbach 2011.
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